Schul-Schliessung

Ein Sieg, der keiner ist

Die Schule in Etzgen soll geschlossen werden - so hat das Stimmvolk an der Gmeind entschieden.

Die Schule in Etzgen soll geschlossen werden - so hat das Stimmvolk an der Gmeind entschieden.

Nur ganz knapp, mit 220 zu 218, hat die Gmeind in Mettauertal der Schul-Schliessung im Dorfteil Etzgen zugestimmt. Doch können die Sieger mit dem Resultat glücklich sein? Der Kommentar.

Braucht eine 1900-Seelen-Gemeinde zwei Schulstandorte für insgesamt 140 Lernende? Aus rein logischen und finanziellen Überlegungen sicherlich nicht. Aus emotionalen Gründen hingegen ist der Widerstand verständlich, der den Behörden in Mettauertal, vor allem aus dem Ortsteil Etzgen, entgegengebracht wird. Kaum ein anderes Thema liegt vielen so nah wie die Schule.

Entscheiden sich, wie im Fall von Mettauertal, fünf Dörfer zur Fusion, bedeutet das auch, dass plötzlich verschiedene Gemeindeinfrastrukturen gleich mehrfach vorhanden sind. Einige davon loszulassen, sie anderen Zwecken zuzuführen oder gar zu verkaufen, ist für alle Beteiligten schwer. Insbesondere, wenn im Fusionsvertrag der Erhalt der Schulstandorte Etzgen und Wil unter Vorbehalt festgehalten ist.

Gemeindepräsident Peter Weber sagte am Mittwochabend: «Bei jeder Entscheidung gibt es am Schluss vermeintliche Sieger und vermeintliche Verlierer.» Nach den heftigen Diskussionen und dem äusserst knappen Entscheid von 220 Ja- gegen 218 Nein-Stimmen war im Versammlungslokal am Schluss von einer Siegerstimmung wenig spürbar. Das Unwohlgefühl dominierte. Mit grosser Wahrscheinlichkeit wird nun das Referendum ergriffen. Wenn die Zusatzschlaufe hilft, den Volksentscheid noch breiter abzustützen, kann das für das Gemeindewohl durchaus Sinn machen.

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