Fahrländer

Sparen auf dem Buckel der Jugend

Mit den Kürzungen im letzten Sparpaket sei der Bildungsbereich ausgepresst, so die Lehrer. (Symbolbild)

Die Schule Aargau ist gut für die Guten und schlecht für die Schlechten.

Mit den Kürzungen im letzten Sparpaket sei der Bildungsbereich ausgepresst, so die Lehrer. (Symbolbild)

Wir haben gehofft, die Regierung habe das Signal verstanden, das ihr Experten und Eltern und auch das Volk (mit der Ablehnung des letzten Sparpakets im März) zugesandt haben.

 Es lautete: Wir sehen zwar ein, dass der Kanton sparen muss, auch bei der Bildung. Aber bitte: Spart nicht beim Unterrichtsangebot! Spart nicht bei den schwächeren Schülern. Dieses Sparen wird uns teuer zu stehen kommen, weil «Reparaturarbeiten» aller Art zunehmen. Schon heute heisst es ja: Die Schule Aargau ist gut für die Guten und schlecht für die Schlechten. Und nun: Neues Jahr, neues Sparpaket – nix verstanden. Abbau beim Halbklassenunterricht, Abbau bei «Deutsch als Zweitsprache» (wichtige Integrationsmassnahme), Abschaffung des Berufswahljahres (Zwängerei, dazu hat das Volk im März schon Nein gesagt), Verzicht auf Englisch in der 3. Klasse – etc.

Nach den Gesetzen der Opfersymmetrie bekommen auch die Mittelschulen ihr Fett ab. Die Unterrichtsverpflichtung der Kantilehrer soll um eine Lektion steigen. Wer nun denkt, das richte sich ja «nur» gegen die Lehrkräfte, der irrt. Die Regierung beschwichtigt in ihrer Botschaft: Die Gesamtarbeitszeit der Lehrer steige nicht, sie könnten die höhere Unterrichtsverpflichtung mit Kürzungen bei der Beratung und Betreuung der Studierenden kompensieren. Die von den Hunden gebissenen Letzten sind also wiederum – die Jugendlichen.

Oder dieses Frühenglisch. Vielleicht ist es ja wirklich nicht so entscheidend für den späteren Lernerfolg. Man müsste das einmal seriös abklären. Aber so, wie es jetzt wieder läuft, ist es zum Davonlaufen. Bevor man weiss, ob und wie es wirkt, wird es weggespart. Offenbar haben die doch recht, die sagen: Bildungspolitik besteht im Aargau nur noch aus Finanzpolitik. Übrigens: Die erste Fremdsprache in der 3. Klasse – das ist eine gesamtschweizerische Vorgabe. Aber das ist ja nicht so wichtig, Hauptsache, man kann Moneten abholen.

Wir sind gespannt, wie weit der Grosse Rat auf die Sparvorschläge eingeht. Beim Standort- und Raumkonzept Sekundarstufe II haben sich die Parteien ja um den Spareffekt foutiert, Hauptsache, jede Region behält ihre Berufsschule... Affaire à suivre.

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