Fahrländer

Nach den Wahlen ist vor den Wahlen

Wer gewinnt die Wahl? Hansjörg Knecht, Philipp Müller und Ruth Humbel mit «TalkTäglich»-Moderator Christian Dorer (v.l.).Iseli

Wer gewinnt die Wahl? Hansjörg Knecht, Philipp Müller und Ruth Humbel mit «TalkTäglich»-Moderator Christian Dorer (v.l.).Iseli

Höhepunkt und Abschluss des Wahljahres stehen uns im Aargau noch bevor, am übernächsten Wochenende. Der Dreikampf um den zweiten Sitz im Ständerat verspricht Hochspannung.

In Runde 1 lag SVP-Mann Hansjörg Knecht noch knapp vor FDP-Mann Philipp Müller, in einer Umfrage im Hinblick auf Runde 2 liegt nun Müller leicht vorne. Ruth Humbel hat gegenüber Runde 1 zwar aufgeholt, liegt aber immer noch zurück.

Knecht geht überparteilichen Podien lieber aus dem Weg. Sein Argument für die vornehme Zurückhaltung macht uns ein bisschen stutzig: Statt auf einem kontradiktorischen Podium zu sitzen, konzentriere er sich lieber darauf, «die eigene Wählerbasis zu mobilisieren». Wir haben gemeint, Ständerat werde der, dem es am besten gelingt, über die eigene Wählerbasis hinaus zu mobilisieren. Fühlt sich die SVP im Aargau so stark, dass sie meint, auf Stimmen von Parteilosen und Wechselwählern verzichten zu können?

Oder konzentriert sich der «stille Schaffer« (Eigendeklaration) lieber auf die nächste Wahl, jene in den Bundesrat vom 9. Dezember? Jedenfalls hält sich Knechts Name hartnäckig auf dem Wahlkarussell. Toni Brunner hat ihn persönlich da draufgesetzt, weil er eine der modernsten Mühlen Europas besitze. Auf demselben Karussell ist ein weiterer Aargauer Name aufgetaucht, jener von Holzunternehmerin Sylvia Flückiger. Mit Altregierungsrat Ernst Hasler ist auch ein Aargauer Präsident der parteiinternen Findungskommission. Die SVP Aargau befindet sich tatsächlich in einem Allzeithoch, da können die in Ennetbaden noch so hartnäckig Linke und Nette wählen.

«Nach den Wahlen ist vor den Wahlen» gilt aber auch anders herum: In einem knappen Jahr steigen die kantonalen Wahlen. Gesucht sind dann fünf Regierungs- und 140 Grossrats-Mitglieder. Und der Wahlkampf hat bereits begonnen (hat er je aufgehört?), die Tonlage wird härter, vor allem wenn es ums Sparen geht. Bei Mehreinnahmen sagen Bürgerliche und Gewerbler eisern «Knif» (kommt nicht infrage), dieweil stemmen sich Linke eisern gegen weiteres Sparen. Die sachgerechte Differenzierung bleibt frommer Wunschtraum.

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