Fahrländer

Hitzesommer und Wahlherbst

Hans Fahrländer äussert sich über den Hochsommer im Fricktal und die Politiksituation im kommenden Herbst.

Der heisse Sommer 2015 hat den meisten Menschen im Fricktal gefallen, nicht aber den Wildschweinen, sie leiden unter der Trockenheit und sind mager, weil sich ihr Tischlein nicht flugs gedeckt hat.

Der heisse Sommer 2015 ist noch nicht zu Ende, er wird auch dem Dorffest in Gansingen vom Wochenende noch einheizen. Gansingen wurde anno 1240 erstmals urkundlich erwähnt, ist also 775 Jahre alt, älter als die Eidgenossenschaft, aber das Sagen hatten in Gansingen bis 1798 sowieso die Habsburger.

Gansingen will ein «feudales» Fest feiern, aber kein «überrissenes», ein «tierisch gutes», aber kein «tierisch ernstes», wie sich OK-Mitglieder in den Medien zitieren liessen. Gerade das Nichtmitmachen bei der grossen Gemeindefusion habe die Gansinger «näher zusammenrücken lassen», las man.

Als sich 2010 Etzgen, Mettau, Oberhofen, Wil und Hottwil zur Gemeinde Mettauertal zusammenschlossen, da blieben die Gansinger nämlich abseits. Bis heute leben sie offenbar ganz gut solo.

Derzeit bereitet sich das Fricktal auf eine weitere Fusion vor: Stein, Mumpf, Obermumpf und Schupfart im Fischingertal sollen sich zu «Stein im Fricktal» zusammenschliessen, das heisst, man würde sich semantisch vom deutschen Nachbarn Säckingen lösen.

Auch hier gab und gibt es Abwesende, Münchwilen zum Beispiel, Sisseln oder Eiken, ja zuerst warf man sogar schmachtende Blicke bis nach Wallbach. Trotzdem, das Fricktal bleibt im Aargau führend, wenn es um den Zusammenschluss nicht nur von zweien, sondern von mehreren Gemeinden geht.

Wenn der Hitzesommer 2015 endgültig zu Ende ist, dann ist Wahlzeit. Am 18. Oktober geht es um 16 aargauische Sitze im Nationalrat (eigentlich geht es auch um zwei Ständeratssitze, aber im zehnköpfigen Kandidatenfeld hat es keine Fricktaler).

In der Nationalratsdeputation würde es eine Verstärkung der Fricktaler Deputation durchaus ertragen. Denn seit der Verdrängung von CVP-Mann Peter Bircher aus Wölflinswil (durch eine gewisse Doris Leuthard) anno 1999 wird das Fricktal «nur» durch den SVP-Mann Maximilian Reimann aus Gipf-Oberfrick in Bern vertreten (dies dafür ausdauernd, seit 28 Jahren, davon 16 Jahre als Ständerat).

Reimann hat gute Chancen, auch für eine achte Amtsperiode gewählt zu werden. Daneben rechnet sich zum Beispiel CVP-Mann Martin Steinacher gewisse Chancen aus. Die CVP ist vor vier Jahren von drei auf einen Sitz abgestürzt. Womit wir wieder am Ausgangspunkt dieser Rundschau angelangt wären: Steinacher ist der Altgemeindeammann von Gansingen.

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