Kolumne

Das Jahr, das war – war es gut?

Ordner im Archiv der Steuerverwaltung - verschiedene Ämter des Kantons versorgen uns mit spannenden und weniger spannenden Statistiken

Ordner im Archiv der Steuerverwaltung - verschiedene Ämter des Kantons versorgen uns mit spannenden und weniger spannenden Statistiken

Das Jahr geht zur Neige, verschiedene Ämter des Kantons versorgen uns mit spannenden und weniger spannenden Statistiken und Rückblicken.

Wir erfahren, dass im Aargau 11 000 Einzelunternehmen und 10 600 Aktiengesellschaften angesiedelt sind, dass es 180 360 Betreibungen gab und 166 681 Zahlungsbefehle ausgesprochen wurden – oder dass der Verkehr wiederum zugenommen hat. Auf der A 1 bei Baden waren pro Tag im Schnitt 127 000 Fahrzeuge unterwegs, 80 Prozent mehr als 1990.

Wir erfahren aber auch, dass bei den Nationalratswahlen die FDP am meisten Wählerstimmen zugelegt hat (plus 3,6 Prozent), dass die SP etwas mehr Stimmen erhalten hat als die FDP und trotzdem einen Sitz verlor (Folge der Listenverbindungen) oder dass Philipp Müller vor Ruth Humbel zum Panaschierkönig gekrönt wurde.

Wir erfahren, dass niemand mehr Stimmen auf eigenen Listen erhielt als die SVP (93,22 Prozent) – allerdings auch niemand einen geringeren Anteil an Panaschierstimmen. Das bestätigt: bärenstarke SVP, aber wenig Freunde von anderswo.

Und was hat sich uns 2015 so stark eingebrannt, dass wir dazu keine Statistiken und verschriftlichten Rückblicke brauchen?

  • Eingebrannt zunächst wörtlich genommen: Der Sommer war zu heiss und der Winter zu warm. Nur noch «Weltwoche»-Leser glauben, dass das nichts mit dem menschgemachten Klimawandel zu tun hat.
  • Es war ein SVP-Flugjahr, trotz Niederlage in den Ständeratswahlen. Mit 38 Prozent Wähleranteil gehört der Aargau nun definitiv zu den absoluten SVP-Wähleranteil-Rekord-Spitzenreitern im Land.
  • Zwei Themen, die schon in den Vorjahren omnipräsent waren, drehten neue Aufregungsrunden: die hektische Suche nach Asylplätzen und die hektischen Versuche, die Löcher im Staatshaushalt zu stopfen. Das Volk verweigerte sich zwar im März einem Sparpaket von Regierung und Parlament, doch das Wellental ist noch nicht durchschritten, das Gürtel-Engerschnallen geht noch ein bisschen weiter.

Im Übrigen war 2015 punkto kantonalen Politaktivitäten kein Spitzenjahr. 2016 wird sich das nun ändern: Es dräuen die kantonalen Wahlen. Es guets Neus!

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