Erdbeben in Nepal
«Zwei-Klassen-Rettung»: Messner kritisiert Hilfsmassnahmen für Bergsteiger

Die Bergsteiger-Legende Reinhold Messner kritisiert eine «Zwei-Klassen-Rettung». Nach Meinung des 70-jährigen Italieners müsse den Menschen in der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu in erster Linie geholfen werden.

Merken
Drucken
Teilen
Der Bergsteiger Reinhold Messner kritisiert, es gebe eine «Zwei-Klassen-Rettung» in Nepal. (Archiv)

Der Bergsteiger Reinhold Messner kritisiert, es gebe eine «Zwei-Klassen-Rettung» in Nepal. (Archiv)

Keystone

Nachdem beim schwersten Erdbeben seit 80 Jahren in Nepal fast 4000 Menschen gestorben sind und unzählige weitere verletzt wurden, kritisiert die Bergsteiger-Legende Reinhold Messner im Hessischen Rundfunk die Prioritätensetzung bei den Hilfsaktionen.

Massen-Kremationen: Die Überlebenden verbrennen in Kathmandu ihre Angehörigen.
12 Bilder
Massen-Kremationen: Die Überlebenden verbrennen in Kathmandu ihre Angehörigen.
Diese Ambulanz vor dem Teaching Hospital in Kathmandu kann keine Einsätze mehr fahren
Schweres Erdbeben in Nepal fordert tausende Tote_3
Kulturerbe und Wahrzeichen in Schutt und Asche: der Dharahara-Turm.
Kathmandu wurde beim Beben um drei Meter nach Süden verschoben.
Ein Rettungshelikopter fliegt Bergsteiger aus höheren Camps am Mount Everest in Sicherheit
Eine Lawine überrollte das Everest Basecamp, ein schwer verletzter Alpinist wird abtransportiert_+
Eine Lawine überrollte das Everest Basecamp, ein schwer verletzter Alpinist wird abtransportiert
Ein Rettungshelikopter fliegt Bergsteiger aus höheren Camps am Mount Everest in Sicherheit_1
Erdbeben Tektonik

Massen-Kremationen: Die Überlebenden verbrennen in Kathmandu ihre Angehörigen.

Keystone

Nach Meinung des 70-Jährigen müsse zuerst den Menschen in der nepalesischen Haupstadt Kathmandu geholfen werden und nicht den Bergsteigern am Mount Everest. «Im Kathmandutal und in den Schluchten drum herum ist eine viel größere Katastrophe passiert», so Messner. Zwar bräuchten die Bergsteiger auch Hilfe, aber am Mount Everest gebe es genügend Ärzte und Essen und ausserdem könne man die Betroffenen mit dem Hubschrauber ausfliegen.

Messner bezeichnet die Situation in Nepal als eine «Zwei-Klassen-Rettung»: «Es ist zynisch, dass man um die Bergsteiger am Mount Everest, die sich für 80.000 bis 100.00 Dollar diese Besteigung kaufen können, einen solchen Hype macht.» (edi)