Aufklärungsflug
Syrische Luftabwehr schiesst russisches Militärflugzeug über Mittelmeer ab

Inmitten nächtlicher Luftangriffe auf Syrien ist ein russisches Militärflugzeug mit 15 Soldaten über dem Mittelmeer verschwunden. Nach russischen Angaben wurde das Aufklärungsflugzeug Il-20 versehentlich von der syrischen Luftabwehr abgeschossen.

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Das Flugzeug war auf dem Weg zur russischen Basis im syrischen Latakia. Im Bild: Der russische Präsident Wladimir Putin besuchte im Dezember 2017 den Stützpunkt an der Mittelmeerküste.

Das Flugzeug war auf dem Weg zur russischen Basis im syrischen Latakia. Im Bild: Der russische Präsident Wladimir Putin besuchte im Dezember 2017 den Stützpunkt an der Mittelmeerküste.

KEYSTONE/EPA SPUTNIK POOL/MICHAEL KLIMENTYEV / SPUTNIK / KREMLIN

Der letzte Kontakt zu der russischen Maschine habe gegen 23 Uhr Moskauer Zeit (22.00 Uhr MEZ) stattgefunden, teilte das russische Verteidigungsministeriums in Moskau am Dienstag der Agentur Tass zufolge mit. Das Flugzeug habe sich auf dem Rückflug zur russischen Militärbasis Hamaimim an der Küste bei der Provinzhauptstadt Latakia befunden.

Zu der Zeit hätten israelische Kampfjets des Typs F-16 Ziele in der syrischen Küstenprovinz Latakia angegriffen, sagte ein Vertreter des russischen Verteidigungsministeriums. Eine französische Fregatte habe zur gleichen Zeit Raketen abgefeuert.

Vorwürfe richteten sich auch gegen Israel und die syrische Luftabwehr. Der US-Sender CNN berichtete unter Berufung auf Regierungsquellen, die syrische Luftabwehr habe beim Abfangen israelischer Raketen versehentlich die russische Maschine abgeschossen. Die USA äusserten sich nicht, wer in der Region Luftangriffe geflogen habe, es seien aber nicht die USA gewesen.

Wrack- und Leichenteile gefunden

Russische Suchschiffe haben im Mittelmeer Wrackteile der Militärmaschine Il-20 gefunden. Auch Leichenteile der 15 getöteten Soldaten an Bord seien geborgen worden.

Das teilte das Verteidigungsministerium in Moskau am Dienstag mit. Die Absturzstelle liege im Meer etwa 27 Kilometer westlich des syrischen Küstenortes Banias, meldete die Agentur Interfax nach diesen Angaben.

Zwei Tote bei Angriff auf Waffenlager

Zuvor waren bei einem Raketenangriff auf ein Waffenlager in der syrischen Küstenprovinz Latakia Aktivsten zufolge mindestens zwei Soldaten ums Leben gekommen, zehn weitere wurden verletzt, wie die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte.

Sie ging davon aus, dass Israel für den Angriff verantwortlich ist. Aktivisten in der Gegend berichteten, die Raketen seien aus Richtung des Mittelmeers gekommen. Die israelische Armee äusserte sich zunächst nicht dazu. "Wir kommentieren keine Berichte in ausländischen Medien", sagte eine Sprecherin.

Israel hat in den vergangenen Monaten mehrfach Ziele in Syrien angegriffen, wenn es dort Raketen- oder Waffenlager seines Erzfeindes Iran vermutete. Die russischen Streitkräfte unterstützen Regierungstruppen in Syrien.

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