Kritik an Sicherheitsvorkehrungen
Filmset von Alec Baldwin: Jetzt äussert sich der angeschossene Regisseur zum tödlichen Fehlschuss

Nachdem tödlichen Schuss aus einer Requisiten-Pistole starb eine Kamerafrau am Set von Alec Baldwins Film «Rust». Nun äussert sich der angeschossene Regisseur, Joel Souza, zum Tod seiner Kollegin Halyna Hutchins.

dpa
Drucken
Teilen
Eine Frau legt auf der Bonanza Creek Film Ranch in Santa Fe, New Mexiko, Blumen nieder.

Eine Frau legt auf der Bonanza Creek Film Ranch in Santa Fe, New Mexiko, Blumen nieder.

Andres Leighton / AP

Weiterhin ist unklar, wie es zum tödlichen Schuss aus der Pistole am Filmset kommen konnte. Alec Baldwin, der in Santa Fe seinen neuen Western-Film «Rust »drehte, tötete dabei ohne Absicht die Chef-Kamerafrau Halyna Hutchins. Dabei hatte es kurz vor dem Vorfall Kritik an der Sicherheit am Set gegeben, ein Teil der Crew verliess deshalb gar den Drehort.

Nun äussert sich erstmals Regisseur Joel Souza (48), der durch den Schuss von Schauspieler Alec Baldwin verletzt wurde. Er reagierte in einem Statement gegenüber der Film-Webseite «Deadline» und weiteren US-Medien auf den Tod der Chef-Kamerafrau des Films. «Ich bin tieftraurig über den Tod meiner Freundin und Kollegin Halyna», erklärte Souza am Samstag.

«Sie war freundlich, lebhaft, unglaublich talentiert, hat um jedes Detail gekämpft und mich immer ermuntert, mehr zu geben. Meine Gedanken sind in diesen schwersten Zeiten mit ihrer Familie.»

Souza war am Freitag aus dem Krankenhaus entlassen worden, nachdem ihn einen Tag zuvor eine Patrone aus einer Requisitenwaffe im Schulterbereich getroffen hatte. Zu den genauen Umständen des Vorfalls gebe es offene Fragen, teilte die Polizei in Santa Fe im US-Bundesstaat New Mexico mit. Die Ermittler hätten den Drehort durchsucht. Strafrechtliche Vorwürfe wurden laut Polizei bisher nicht erhoben. Der Dreh wurde vorerst eingestellt.

Alec Baldwin kurz nach seiner Befragung durch die Polizei.

Alec Baldwin kurz nach seiner Befragung durch die Polizei.

Jim Weber / AP

Details zur Munition unklar

Die «New York Times» zitierte aus einem Polizeibericht, wonach ein Regieassistent auf dem Set des Westerns «Rust» die Requisitenwaffe an Baldwin übergeben und gesagt habe, es handele sich um einen «kalte Waffe». Unter dieser Umschreibung werde normalerweise verstanden, dass in der Waffe keine Munition stecke.

Unklar war auch am Freitagabend noch, um welche Art Munition es sich bei dem tödlichen Schuss handelte. «Wir haben noch keine Details zur Patrone, die in der Waffe war», hatte der Polizeisprecher dazu der dpa erklärt.

Alec Baldwin gab den fatalen Schuss aus der Requisitenwaffe ab.

Alec Baldwin gab den fatalen Schuss aus der Requisitenwaffe ab.

Jim Weber / AP

War eine einzelne Patrone in der Waffe?

Die Gewerkschaft IATSE schrieb laut «Los Angeles Times» in einer Mail, dass die Waffe mit einer einzigen Patrone bestückt gewesen sei, einer «single live round». Dieser Begriff sei eine gebräuchliche Umschreibung in der Branche, die sowohl eine scharfe als auch eine Platzpatrone beschrieben kann. Unklar war zunächst auch weiterhin, wie eine einzige Patrone beide Opfer hatte treffen können.

Laut «Los Angeles Times» ist üblicherweise ein Requisiteur oder ein lizenzierter Waffenmeister für die am Set benutzten Waffen zuständig. Zu dessen Aufgaben gehöre auch, diese mit Platzpatronen zu laden und den Schauspielern und Regieassistenten den Umgang damit zu erklären. Scharfe Munition sei am Set verboten.

Aktuelle Nachrichten