Kanzlerrennen
Baerbock hat’s schon wieder getan: Diesmal schrieb die Kanzlerkandidatin bei Parteikollege Robert Habeck ab

Die neuen Plagiatsvorwürfe sind allerdings nicht das Einzige, worüber sich die grüne Politikerin Sorgen machen muss.

Cornelie Barthelme und Samuel Schumacher
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Kommt nicht aus dem Rudern raus: Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock.

Kommt nicht aus dem Rudern raus: Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock.

EPA

Die Ausgangslage wäre so perfekt für die grüne Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock: Der Klimawandel zeigt sich in Deutschland derzeit von seiner brutalen Seite und die Konkurrenz von SPD und CDU ist bislang wenig überzeugend aufgetreten. Doch die 40-Jährige, die ihrem Wahlkampf mit dem gestrigen Auftritt im Brandenburgischen Michendorf neuen Schwung verleiten wollte, steht zusehends im Abseits.

Anders als ihre beiden Hauptkonkurrenten Armin Laschet von der CDU und Olaf Scholz von der SPD hat sie die überfluteten Gebiete in den ersten Tagen nach der Katastrophe nicht besucht. Keine medialer Glanzmoment in zerstörter Umgebung, keine heilende Präsenz, keine kämpferischen Ansagen an Ort und Stelle für mehr Klimaschutz. Viele meinen: eine verpasste Chance.

Doch jetzt kommt neues Ungemach auf die grüne Politikerin zu. Einerseits muss sie sich auf allen Kanälen dafür entschuldigen, dass sie in einem Interview mit dem Zentralrat der Juden, das am 1. August ausgestrahlt werden soll, das N-Wort «zitiert und damit reproduziert» habe, als sie über rassistische Vorfälle an einer Schule sprach.

Abgeschrieben bei Kollege Robert Habeck

Andererseits sieht sie sich mit neuen Fälschungsvorwürfen konfrontiert, die der Plagiatsgutachter Stefan Weber am Sonntag in seinem Blog aufgedeckt hat. Baerbock soll sich für ihr Buch «Jetzt. Wie wir unser Land erneuern» ausgerechnet bei ihrem Parteikollegen Robert Habeck und dessen Schrift «Von hier an anders» bedient haben. Der Plagiats-Experte urteilt:

«Die Ausführungen im Buch von Frau Baerbock lesen sich so, als hätte jemand jemandem den Auftrag erteilt, eine kurze Paraphrase von Habecks Kapitel über das Bildungssystem zu erstellen.»

Die ungeschickt agierende Kanzler-Aspirantin hat sich im Rennen um die Nachfolge von Angela Merkel inzwischen weit ins Abseits manövriert. Laut dem aktuellen «ZDF Politbarometer» finden sieben von zehn Deutschen, Baerbock eigne sich nicht für das Amt. Bei einer Direktwahl des Kanzlers käme sie hinter den Kandidaten der CDU und der SPD nur auf den dritten Rang.

Annalena Baerbock soll bei ihrem Parteikollegen Robert Habeck (auf dem Plakat) abgekupfert haben.

Annalena Baerbock soll bei ihrem Parteikollegen Robert Habeck (auf dem Plakat) abgekupfert haben.

EPA

In Michendorf hat sie gestern ein riesiges Plakat enthüllt mit dem Slogan: «Unser Land kann viel, wenn man es lässt.» Ob sie selbst es kann? Oder es doch lassen sollte? Baerbock gab sich gestern kämpferisch: «Ja, ich habe Fehler gemacht. Aber das Wichtigste ist für mich, daraus zu lernen und es in Zukunft gemeinsam besser zu machen», sagte sie.

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