Corona-Massnahmen
Immer mehr Polizisten und Soldaten unter den Impfpflicht-Gegnern in Österreich

Der Widerstand gegen die Impfpflicht in Österreich wächst zusehends. Unter den Kritikern sind auch Angehörige der Polizei und des Militärs. Eine Entwicklung, die dem Chef der Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst beunruhigt.

Drucken
Teilen
Der Widerstand gegen die bevorstehende Impfpflicht in Österreich nimmt zu.

Der Widerstand gegen die bevorstehende Impfpflicht in Österreich nimmt zu.

Christian Bruna / EPA

Politisch geht die Impfpflicht auf die Zielgerade, doch die Gegner der Massnahme bringen sich in Stellung. Immer sichtbarer wird dabei, dass sich zu den Coronaprotestierenden auch Angehörige von Polizei und Militär, aber auch vom Militärgeheimdienst gesellt haben.

«Wir beobachten das mit grosser Sorge», so Omar Haijawi-Pirchner, der Chef der Direktion für Staatsschutz und Nachrichtendienst in einem Interview mit der Tageszeitung «Standard». Mit Sorge beobachtet der Chef des Nachrichtendienstes vor allem aber auch die Radikalisierung in der Szene.

Offene Briefe bereiten Sorgen

Der jüngste Anlass: Der offene Brief einer Gruppe, die sich «Polizisten für Grund- und Freiheitsrechte» nennt. Darin wird die Impfung mit «Gentherapeutika» abgelehnt, die Diskriminierung ungeimpfter Kollegen verurteilt. Eigenen Angaben zufolge sollen hinter dem Schreiben 600 Polizisten verschiedenster Rangebenen stehen.

Bei den Coronaprotesten nahmen zuletzt vermehrt Personen in Uniformen des Bundesheeres teil. Angehörige des Heeres hatten sich kürzlich ebenfalls in einem offenen Brief gegen die Impfpflicht ausgesprochen – entgegen der offiziellen Linie des Heeres. In dem Schreiben verglichen die Soldaten die Massnahme mit einer «Vergewaltigung». Einer der Unterzeichner ist ein einschlägig bekannter Oberst des Heeresnachrichtenamtes.

Bisher gab gegen einige Beamte oder Soldaten in der Szene lediglich Disziplinarmassnahmen. Entlassen wurde bisher noch niemand. (ssc)

Aktuelle Nachrichten