Attentat auf «Charlie Hebdo»
Belgischer Waffendealer hat Paris-Attentätern die Waffen verkauft

Die Terroristen, die vor einer Woche in Paris Anschläge verübten, bezogen ihre Waffen von einem Waffenhändler in Brüssel.

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Die bewaffneten und maskierten Täter.

Die bewaffneten und maskierten Täter.

Facebook/Jordi Mir

Ein Teil der Waffen der Pariser Attentäter ist nach Medienberichten in Belgien gekauft worden. Die Kalaschnikow und der Raketenwerfer, die von den Kouachi-Brüdern für den Angriff auf die Satire-Zeitung "Charlie Hebdo" verwendet wurden, seien "in der Umgebung des Südbahnhofs in Brüssel für weniger als 5000 Euro gekauft worden".

Das berichtete die Zeitung "La Dernière Heure" am Mittwoch unter Berufung auf "sehr gute Quellen". Auch das durch den weiteren Attentäter Amédy Coulibaly bei der Geiselnahme in einem Pariser Supermarkt verwendete Sturmgewehr stamme aus Brüssel.

Ein Sprecher der belgischen Bundesstaatsanwaltschaft konnte die Angaben auf Anfrage zunächst nicht kommentieren. Die flämische Zeitung "De Standaard" schrieb, der Kauf der Waffen in Belgien sei bisher "nicht mehr als eine Hypothese".

Diese wird laut dem französischen Nachrichtenportal Mediapart aber dadurch untermauert, dass Coulibaly und einer der Kouachi-Brüder schon 2010 versucht haben sollen, Waffen in Belgien zu kaufen. Diese sollten den Angaben zufolge zur geplanten Befreiung des in Frankreich inhaftierten Islamisten Smaïn Aït Ali Belkacem verwendet werden.

Die Nachrichtenagentur Belga meldete unterdessen, ein wegen verschiedener Delikte im Zusammenhang mit illegalen Verkäufen bekannter Einwohner aus dem westbelgischen Charleroi habe sich am Dienstag bei der Polizei gemeldet. Er habe angegeben, Coulibaly habe sich "in den vergangenen Monaten" bei ihm gemeldet und ein Auto kaufen wollen.

Eine Durchsuchung der Wohnung des Informanten habe Dokumente zu Tage gefördert, die nicht nur auf Verhandlungen über den Kauf des Wagens hinweisen würden, sondern auch auf einen angestrebten Kauf von Waffen und Munition, berichtete die Agentur weiter.

Es sei insbesondere um eine Pistole vom Typ Tokarew gegangen, die von Coulibaly bei dem Überfall auf den Supermarkt verwendet worden sei. Der Informant sei festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft von Charleroi wollte sich nicht zu den Angaben äussern.