London
Aufregung in London: Kampfjets eskortieren pakistanisches Flugzeug

Die britische Luftwaffe hat am Freitag einen Typhoon-Jet zum Geleit einer pakistanischen Passagiermaschine in die Luft geschickt, nachdem es an Bord zu Ausschreitungen kam. Zwei Männer wurden verhaftet.

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Ein Typhoon-Kampfjet der Royal Air Force (Archiv)

Ein Typhoon-Kampfjet der Royal Air Force (Archiv)

Keystone

Britische Kampfjets haben die pakistanisches Linienflugzeug mit 297 Passagieren an Bord auf dem Weg nach Manchester abgefangen. Die Typhon Jets der Royal Air Force leiteten die Maschine aus Lahore am Freitag nach Stansted bei London um, wie das Verteidigungsministerium mitteilte. Nach der Landung nahm die Polizei zwei Männer fest. Keiner der Passagiere wurde verletzt.

Den Festgenommenen wurde eine Gefährdung des Flugverkehrs vorgeworfen. Hinweise auf einen Terrorakt lägen nicht vor, hiess es in Sicherheitskreisen. Der genaue Hintergrund blieb zunächst unklar. Ein Passagier sagte dem Sender BBC, der Pilot habe den Reisenden nach der Landung gesagt, es seien Drohungen abgegeben worden.

Die für Stansted zuständige Polizei von Essex erklärte, die beiden festgenommenen Männer im Alter von 30 und 41 Jahren würden vernommen. Bei der Maschine handelte es sich um eine Boeing 777 der Fluggesellschaft Pakistani International Airlines.

Flugdaten im Internet zufolge brach der Grossraumjet den Landevorgang etwa 100 Kilometer vor Manchester ab und flog einen weiten Bogen über den Nordosten Englands und der Nordsee, bevor er London ansteuerte.

Dem Flugzeug wurde in Stansted eine Parkposition abseits der üblichen Passagierbereiche zugewiesen, und der Betrieb ging nach Angaben eines Flughafensprechers normal weiter. Auf dem Airport herrscht für Londoner Verhältnisse vergleichsweise wenig Verkehr. Bei Zwischenfällen werden Flugzeuge deshalb bevorzugt dorthin umgeleitet.

Nervosität nach Anschlag auf einen Soldaten

Grossbritannien ist in Alarmbereitschaft nachdem vor wenigen Tagen im Londoner Stadtteil Woolwich ein junger Soldat erstochen worden war.

Nach Berichten von Augenzeugen hatten zwei Islamisten mit nigerianischen Wurzeln den Mann zunächst angefahren und dann versucht, ihn mit Fleischermessern zu enthaupten. Sie sprachen von Rache für den Militäreinsatz in Afghanistan. Die britischen Behörden behandeln den Vorfall als terroristischen Anschlag.

In London findet diesen Samstag das Fussball-Champions-League-Finale zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund statt. Stansted war das Ziel der Maschine von Borussia Dortmund.

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