FC Basel

Sousas Abgang wohl definitiv: Der nächste Austauschbare

Erwartet wird vom neuen FCB-Trainer, dass er Erfolg hat – und zwar mit den Begebenheiten, die er in Basel vorfindet. Selbstverwirklichung ausgeschlossen.

Erwartet wird vom neuen FCB-Trainer, dass er Erfolg hat – und zwar mit den Begebenheiten, die er in Basel vorfindet. Selbstverwirklichung ausgeschlossen.

Vergebliches Warten auf ein offizielles Statement zur Hängepartie um Paulo Sousa. Auf anderen Kanälen war zu erfahren, dass Sousa die Freigabe vom FCB erhalten haben soll – gegen eine Zahlung der Fiorentina, da sein Vertrag noch bis 2017 gültig ist.

Dass der FCB dies noch nicht bekannt gegeben hat, soll daran liegen, dass er mit einer Mitteilung warten möchte, bis der Nachfolger gefunden ist. Um dann die Trennung von Sousa und die Anstellung von dessen Nachfolger in einem Zug bekannt geben zu können.

Was erwartet den neuen FCB-Trainer? Wo liegen die Stolpersteine? Wer könnte es sein?

Zu Beginn aber die Frage: Ist es wichtig, wer als FCB-Trainer auf Sousa folgt? Einerseits ja: Der Trainer ist schliesslich ein wichtiger Angestellter. Er muss das Aushängeschild des Grossunternehmens FCB, die erste Mannschaft, zum Erfolg führen. Andererseits spielt es aber auch keine grosse Rolle, wer bei Rot-Blau als nächstes an der Seitenlinie steht: Der FCB hat die letzten sechs Titel mit vier verschiedenen Trainern gewonnen. Die bei der Zusammenstellung der Mannschaft jedoch kein Bestimmungs-, sondern nur Mitspracherecht hatten. Seit der Ära Christian Gross, der während zehn Jahren fast alle Macht im Klub auf sich vereinte, gilt ein neuer Leitsatz: Der Trainer ist nicht mehr Präger, sondern «nur» Träger der Klubphilosophie. Der Trainer ist austauschbar, zementiert sind die Strukturen.

Etwas können muss der neue Mann aber schon, denn auf ihn wartet nicht weniger als eine Herkulesaufgabe. In einem Umfeld, in dem er sich nicht gross verwirklichen kann und in dem er nicht viel Zeit zur Eingewöhnung hat: Am 22. Juni findet das erste Training der neuen Saison statt. Am Wochenende des 18./19. Juli beginnt die Super-League-Saison. Und bereits am 28./29. Juli steigt das Hinspiel der dritten Runde der Champions-League-Qualifikation, die für den FCB in der ersten Saisonphase Priorität hat.

Als wäre die Aufgabe, den FCB durch die Qualifikation zu führen, nicht schon schwer genug, muss er das mit einer Mannschaft tun, der mit Marco Streller, Fabian Schär und wahrscheinlich auch Fabian Frei ihre drei Stützpfeiler weggebrochen sind. Schafft er den Sprung in die Königsklasse nicht, bläst dem SousaNachfolger bereits Ende August kräftiger Wind ins Gesicht. Ah ja: Meister werden muss er natürlich auch.

Einiges deutet darauf hin, dass der FCB einen Trainer mit internationaler Erfahrung ins Boot holen wird. Einen, den die Spieler dank seiner Vita respektieren und der mit Widerständen umgehen kann. Oder überraschen die Verantwortlichen mit einer völlig unerwarteten Lösung?. «Die Nordwestschweiz» präsentiert vier Kandidaten, deren Auswahl auf Hörensagen, Gerüchten und eigenen Überlegungen basiert:

Warum Ciriaco Sforza (45)?

Hat als Spieler auf allerhöchstem Niveau gespielt und sich europaweit einen Namen gemacht. Hat zuletzt als Trainer in Wohlen bewiesen, dass er Spieler besser machen kann. Hat aus Fehlern bei GC und in Luzern gelernt. Hat kürzlich in Lugano abgesagt – weil er Signale aus Basel erhalten hat?

Warum Urs Fischer (49)?

Muss wegen seines hervorragenden Leistungsausweises beim kleinen FC Thun auf dem Zettel der FCB-Bosse stehen. Lässt offensiv spielen. Passt mit seiner hemdsärmeligen Art perfekt ins Berner Oberland – passt er aber in die FCB-Glitzerwelt? Hat verlauten lassen, dass er sich den Job beim Ligakrösus sehr wohl zutraue.

Warum Thomas Schaaf (54)?

Ein Mann mit 15 Jahren Trainerfahrung in der Bundesliga (1x Meister, 3x Pokalsieger mit Bremen). Hat in der abgelaufenen Saison Kritiker widerlegt, die ihm beim Amtsantritt vor einem Jahr in Frankfurt vorgeworfen haben, seine Art sei nicht mehr zeitgemäss. Hat die Eintracht im sicheren Mittelfeld etabliert und einen spektakulären Fussball spielen lassen. Ist zurückgetreten, weil er seiner Ansicht nach zu wenig wertgeschätzt worden ist – oder hat auch er etwas aus Basel gehört?

Warum René Weiler (41)?

Hat beim FC Aarau hervorragende Arbeit abgeliefert und schon vor einem Jahr mit dem FCB gesprochen – Resultat: Noch nicht jetzt, aber bald einmal ist die Chance gross, dass er FCB-Trainer wird. Hat einen Vertrag in der zweiten Bundesliga bei Nürnberg, dort aber (noch) keine aufstiegsfähige Mannschaft. Was, wenn Rot-Blau ruft?

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