Das Sprichtwort heisst: «Du bekommst nie eine zweite Chance, um einen guten ersten Eindruck zu hinterlassen.»

FCB-Trainer Paulo Sousa erlebt am Dienstagabend seinen ersten Auftritt in der Champions League als Trainer. Dass es gleich auswärts gegen den Titelverteidiger geht, kann Fluch oder Segen sein.

Fluch, weil gegen ein europäisches Schwergewicht immer das Risiko besteht, eine empfindliche Niederlage einstecken zu müssen. Segen, weil ein Aussenseiter in diesen Spielen viel gewinnen kann. Sousa sagt: «Wir werden keine Komplexe haben und mit viel Mut auftreten.»

Klar ist: Real gegen FCB ist das wichtigste Spiel in der Trainer-Karriere von Sousa. Ein guter Auftritt seines Teams könnte auch Sousa in ganz Europa Ansehen einbringen. Das würde dem ehrgeizigen Portugiesen natürlich noch so gefallen. Als Sousa in Basel vorgestellt wurde, sagte er: «Ich möchte die Champions League gewinnen.» Mit dem FCB ist dies derzeit unrealistisch. Aber Sousa will die Basler Bühne auch dazu nützen, um selbst möglichst schnell einmal einen Klub übernehmen zu dürfen, mit dem der Gewinn der Champions League möglich ist.

Der perfekte Start

Sousa hat mit dem FCB turbulente Tage hinter sich. Die Resultate in der Meisterschaft sind eigentlich gut. 18 Punkte nach acht Runden sind drei mehr als vor einem Jahr zum selben Zeitpunkt. Und eines dieser so ungeliebten Unentschieden gab es auch noch nie unter Sousa. Und doch gibt es rund um den FCB bereits wieder erstaunlich viel Unruhe. Was auch, oder vor allem mit Sousa zu tun hat.

In den Spielen gegen YB und vor allem gegen GC am letzten Samstag demontierte Sousa Nationalverteidiger Fabian Schär richtiggehend. Gegen YB musste Schär nach 59 Minuten vom Platz. Gegen GC gar schon nach 36 Minuten. Das hilft kaum in einer Abwehr, die wegen den zahlreichen Wechsel auch so schon verunsichert wirkt.

Sousa stiess vor allem sauer auf, dass Schär seine Emotionen gegen aussen kaum kontrollieren konnte, nach seiner Auswechslung den Tränen nahe war. Nun spricht ihn der Trainer vor dem Duell gegen Real öffentlich stark: «Schär ist wichtig für den FCB. Ich bin sicher, er hat aus den Erfahrungen gelernt. Sie werden ihn stärker machen.»

Die Basler Erinnerungen an ein Startspiel in der Champions League sind gut. Beim 2:1-Sieg in London gegen Chelsea zeigte Schär eine seiner besten Leistungen im FCB-Dress. An diese Erinnerungen wollen er und seine Teamkollegen morgen auch im Bernabeu anknüpfen.

Natürlich haben auch Sousa und seine Spieler mitbekommen, dass Real Madrid alles andere als einen guten Start in die Meisterschaft hinter sich hat. «Ich bin sicher, sie werden ihre Probleme lösen – hoffentlich nicht schon gegen uns», sagt Sousa.

Real-Trainer Carlo Ancelotti stellt derweil klar, dass sich sein Team verbessern muss. «Wir müssen unser Bestes abrufen, um zu gewinnen», sagt er. Und schickt ein Lob an die Adresse der Basler hinterher: «Ihr Spielstil ist frisch, dynamisch und offensiv. Das gefällt mir. Und sie haben letztes Jahr gegen Chelsea bewiesen, wie gefährlich sie sind.» Die Zeit der Bestätigung folgt am Dienstag ab 20:45 Uhr.