Schweizer Cup

Nach dem Cup-Out in Sion tanzt der FC Basel nur noch auf zwei Hochzeiten

Sion bleibt im Cup im Rennen um die Titelverteidigung. Die Walliser behalten wie im letzten Final gegen den FC Basel die Oberhand und ziehen dank dem 6.5-Sieg nach Penaltyschiessen in die Halbfinals eins.

«Das Penaltyschiessen ist dann halt eine Glückssache», sagt Basel-Trainer Urs Fischer nach dem Spiel. Ist das wirklich so? Natürlich spielt das Glück eine Rolle. Aber das tut es immer im Fussball. Also die Frage: Kann ein Trainer im Voraus ein Penaltyschiessen beeinflussen? Mindestens teilweise. Fischer verrät nach dem mit 3:4 verlorenen Penaltyschiessen in Sion nämlich, dass einer der vorgesehenen Schützen unsicher war. Wer war dieser Schütze, der den Schuss vom Elfmeterpunkt nicht riskieren wollte? Nun wird Fischer leicht nervös. Langsam, aber sicher nervt ihn die hartnäckige Fragerei. Fischer zögert, zuckt mit den Achseln und fügt mit leiser Stimme hinzu: «Das lasse ich an dieser Stelle lieber mal offen.»

Wahsinnswoche für den FC Sion

Bleiben wir beim Penaltyschiessen, das für den FC Basel hervorragend beginnt und bitter endet. Nach zwei erfolgreichen Versuchen von Mohamed Elneny und von Marc Janko und einem Fehlschuss von Sion-Verteidiger Ziegler führt Fischers Mannschaft mit 2:1. Nun haben die Rot-Blauen das Momentum auf ihrer Seite und biegen kurz vor dem Abpfiff auf die Siegesstrasse ein. Siegerstrasse? Nichts da. Es kommt anders. Ganz anders. Weil der Isländer Bjarnason den Ball in den Nachthimmel schiesst und der Argentinier Walter Samuel mit seinem Versuch nur die Lattenoberkante trifft, gerät der FCB ins Hintertreffen. Und schliesslich jubelt halt doch Sion. Veroljub Salatic, Carlitos und Pa Modou schiessen die Walliser in die Halbfinals. Eine Wahnsinnswoche für den FC Sion, der sich bereits am Donnerstag mit einem 0:0 gegen Liverpool das Weiterkommen in der Europa League sicherte.

Dass der FC Basel nach diesem monumentalen Cupfight mit dem Schicksal hadert, ist verständlich. Fakt ist aber, dass der FC Sion über die ganzen 120 Minuten betrachtet ein verdienter Sieger ist. Die Walliser dominierten die erste Halbzeit deutlich, hatten sechs gute Möglichkeiten und führten dank eines allerdings irregulären Treffers von Pa Modou 1:0 – sowohl der Vorlagengeber als auch der Torschütze standen im Abseits. Basel? Der FCB tauchte bis dahin kein einziges Mal gefährlich vor Sion-Hüter Vanins auf. Die Gastgeber waren auch zu Beginn der zweiten Hälfte die bessere Mannschaft. Carlitos auf der rechten und Follonier auf der linken Angriffsseite brachten die FCB-Verteidigung in Verlegenheit.

Das mit dem Glück ist so eine Sache
Und was machte der FCB? Weiterhin nichts! So konnte es nicht verwundern, dass Sion nach 66 Minuten mit 2:0 führte. Der blasse Delgado rutschte zur Unzeit aus, Assifuah profitierte, eilte alleine auf FCB-Torhüter Mirko Salvi zu und bezwang ihn mit einem Flachschuss. Die Partie schien entschieden. Weit gefehlt! Zwei ruhende Bälle brachten die Basler in die Partie zurück: Erst erwischte Elneny Vanins mit einem Freistoss aus 19 Metern (79.) Zehn Minuten später schlenzte Janko einen Penalty in die Maschen. Lacroix hatte Embolo im Strafraum gefoult. Was den FCB-Verantwortlichen trotz der Aufholjagd zu denken geben muss: Zum wiederholten Mal wurde Rot-Blau erst dann gefährlich, als das ursprünglich vorgesehene Konzept über den Haufen geworfen wurde.

Und so stand es in einem dramatischen Cup-Viertelfinal vor 9200 Zuschauern plötzlich 2:2. Das Glück schien doch noch auf die Seite der Basler zu kippen. Während der Verlängerung war Rot-Blau dem 3:2 nahe. Aber mit dem Glück ist es ja so eine Sache. Das wissen wir spätestens seit dem Penaltyschiessen. Oder etwa nicht? Ist es nicht so, dass man am Ende halt doch das bekommt, was man verdient?

Lesen Sie den Spielverlauf im Liveticker nach:

Matchtracker: FC Sion - FC Basel

Scribblelive FC Sion - FC Basel

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