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Ist Tomas Vaclik wirklich die neue Nummer 1 in Basel?

Es ist davon auszugehen, dass Tomas Vaclik am Samstag in Aarau das FCB-Tor hütet – trotzdem nennt ihn Trainer Paulo Sousa nicht «meine Nummer 1».

Es ist davon auszugehen, dass Tomas Vaclik am Samstag in Aarau das FCB-Tor hütet – trotzdem nennt ihn Trainer Paulo Sousa nicht «meine Nummer 1».

FCB-Trainer Paulo Sousa lässt wie bei allen Spielern die Rolle des Tschechen offen. Auch im letzten Test gegen Schaffhausen verfolgt Vaclik das Spiel von der Tribüne aus. Trotzdem ist davon auszugehen, dass er das FCB-Tor zum Saisonstart hüten wird.

Als er in Freizeitklamotten im Tribünenbauch des Stadion Rankhof steht, grinst Tomas Vaclik und sagt: «Ich hoffe schon, dass ich am Samstag spiele.» Die Frage nach seinem Einsatz im Startspiel gegen Aarau ist mehr eine rhetorische denn ernst gemeint. Wer zweifelt schon daran, dass der Tscheche und Nachfolger von Yann Sommer die klare Nummer 1 im FCB-Tor sein wird? Wohl nicht einmal Vaclik selber. Auch die Tatsache, dass er bei der 1:2-Niederlage im letzten Test gegen Schaffhausen nur zuschaute, ändert nichts daran.

Doch seine Abwesenheit auf dem Rasen sorgt halt für die Frage an Cheftrainer Paulo Sousa: Vaclik wird gegen Aarau spielen, oder? Und dann die überraschende Antwort des Portugiesen: «Jeder hat die gleichen Chancen, zum Einsatz zu kommen.» Trotz Nachhaken bekennt sich Sousa nicht zu Vaclik als Nummer 1, sagt: «Junge, Erfahrene, Neue – alle haben die gleichen Chancen.» Erst beim dritten Nachfragen sagt Sousa: «Natürlich berücksichtige ich den Status eines Spieler und wie viel der Verein in ihn investiert hat.»

Zwei WM-Fahrer mit Kurzeinsatz

Trotz des fehlenden Bekenntnisses ist immer noch davon auszugehen, dass Vaclik in Aarau das FCB-Tor hütet – und nicht Germano Vailati. Vielmehr ist das Frage-Antwort-Spiel mit Sousa ein gutes Beispiel dafür, wie er gegen aussen kommuniziert: Der Portugiese wird vor Journalisten nie einen seiner Spieler in den Himmel loben, genauso wenig einen Spieler kritisieren. Die «Boys», wie er sie nennt, sollen sich nicht durch Zeitungsberichte ihres Stammplatzes sicher sein. Für Sousa gilt: Alle sind gleich. Darum will er auch keinen freien Zugang für Journalisten zu den Spielern. Er hat bestimmt, dass die Spieler künftig im Turnus vor die Presse treten. «Wir haben nicht nur Marco Streller und Fabian Frei – wir haben 25 Spieler im Kader.»

Apropos Kader – dieses wird sich laut Sousa in den nächsten Wochen «ziemlich sicher» noch verändern. Möglich ist alles: Ausleihen, Abgänge und Neuzuzüge. Am Donnerstag, wenn WM-Teilnehmer Marcelo Diaz und Neuzugang Yoichiro Kakitani dazustossen, hat Sousa erstmals alle 25 im Training. Die anderen WM-Fahrer Fabian Schär, Geoffry Serey Die und Giovanni Sio sind seit Sonntag zurück – Serey Die und Sio kamen gestern gegen Schaffhausen zu einem Teileinsatz. Alle fünf kommen für das Spiel gegen Aarau jedoch nicht infrage. «Wir müssen sie, sie müssen uns kennenlernen. Und sie müssen konditionell auf das Niveau der anderen kommen», sagt Sousa. Diaz, Schär, Kakitani, Serey Die und Sio sind wohl erst am dritten Spieltag in Thun eine Option für die Startelf.

Wie diese in Aarau aussehen wird, war in der gestrigen «Hauptprobe» nicht zu erfahren. Bis 20 Minuten vor Spielende liess Paulo Sousa vier Junioren und seine Jungprofis spielen. Nach der Einwechslung einiger Arrivierter erzielte der FC Basel durch Behrang Safari noch den Anschlusstreffer zum 1:2.

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