Super League

Der FC Basel gewinnt nach starker zweiter Halbzeit 5:1 gegen Vaduz

Der FC Basel kann als erstes Team im Jahr 2016 Vaduz bezwingen und gewinnt 5:1. Die Basler gerieten früh in Rückstand, konnten das Spiel aber dank Toren von Lang, Zuffi, dem ersten von Fransson und einem Doppelpack von Bjarnason zu ihren Gunsten wenden.

Als alles vorbei ist, kommt einem das Halbzeitresultat vor wie ein schlechter Scherz: 1:0 führt der FC Vaduz nach 45 Minuten im St. Jakob-Park. Dass es für die Gäste aus Liechtenstein schwierig werden wird, den Vorsprung über die volle Spielzeit zu verteidigen, das ist zu diesem Zeitpunkt absehbar. Doch dass sie 45 Minuten später wie geprügelte Hunde vom Platz schleichen, dass ihr bis dahin starker Goalie Peter Jehle in der zweiten Halbzeit vom Basler Publikum mit Hohn und Spott eingedeckt wird, dass sie mit einer 1:5-Packung im Gepäck die lange Heimreise nach Vaduz antreten müssen – damit rechnet nach der ersten Hälfte niemand.

Denn die überraschende Führung des Aussenseiters ist keinesfalls unverdient. Vaduz zeigt dem Rest der Liga, wie der FCB verwundbar ist: Die eigene Abwehrreihe auf die Höhe der Mittellinie stellen. Die Basler nahe an deren Sechzehner angreifen. Rennen, rennen, rennen. Und den Fokus auf Standardsituationen legen. Der FCB kassierte bereits unter der Woche in Saint-Étienne zwei von drei Gegentoren nach ruhenden Bällen. Am Sonntagnachmittag das gleiche Bild: Kukuruzovic schlägt einen Freistoss auf den hinteren Pfosten, wo Bühler akrobatisch und praktisch ungestört einnetzen kann. Das Heimteam gefällt in der ersten Halbzeit zwar mit schön anzuschauenden Ballstafetten und mit Kunststückchen der Spektakelspieler Embolo und Delgado – unter dem Strich jedoch brotlose Kunst.

Jehles Aussetzer

Vaduz schnuppert an der Überraschung. Doch um zumindest einen Punkt aus Basel mitzunehmen, dafür hätten die Gäste nach der Pause so weitermachen müssen wie bisher. Und hätten sie im Tor einen sehr guten Peter Jehle gebraucht. Beides war nicht der Fall. Und zu allem Übel aus Sicht der Gäste zaubert der FCB eine zweite Halbzeit wie aus einem Guss auf den Rasen, die ihren Platz im Saisonrückblick auf sicher hat.

In der 51. Minute steckt Delgado herrlich durch auf Lang, der Jehle aus ultraspitzem Winkel zwischen den Beinen hindurch erwischt. Fünf Minuten später ist das Spiel definitiv gedreht: Jehle lässt einen Delgado-Eckball fallen und kann beim Abstauber von Alexander Fransson nicht mehr eingreifen.

Apropos Fransson: Der Neuzugang aus Schweden rückt wegen der Sperre gegen Taulant Xhaka in die Startelf und zeigt nicht nur wegen seines Tores ein beeindruckendes Heimdebüt. Der 21-Jährige ist in der zweiten Halbzeit omnipräsent und gefällt mit Technik und Spielintelligenz. FCB-Trainer Urs Fischer: «Ein starker Einstand.»

Erhält Fischer ein verspätetes Geburtstagsgeschenk?

Fischers Gegenüber Giorgio Contini will nach Franssons Treffer gar nicht mehr hinsehen: «Die zwei Gegentore waren zu billig. Wenn wir die ersten 15 Minuten der zweiten Halbzeit ohne Gegentor überstanden hätten, wäre vielleicht ein Punkt dringelegen. Es mag nach einem 1:5 komisch klingen: Doch wenn Vaduz gegen die restlichen Teams so spielt wie gegen Basel, dürfte das «Ländle» auch nächste Saison in der Super League vertreten sein.

Zurück zum FCB: Dass die Mannschaft trotz 15 Punkten Vorsprung in der Tabelle die Spannung bis in die Schlussminuten hochhält und das Skore durch Zuffi und Bjarnason (2 Tore) auf 5:1 hochschraubt, spricht a) für ihren Charakter und b) für die Qualitäten von Urs Fischer, die Spieler richtig einzustellen. Am Tag nach seinem 50. Geburtstag wurde der Trainer reich beschenkt. Noch mehr Freude aber hätte Fischer, wenn die Mannschaft am Donnerstag gegen Saint-Étienne nachlegt und nach der Hinspiel-Niederlage den Einzug in die Europa-League-Achtelfinals doch noch schafft.

Lesen Sie hier das Spiel in unserem Liveticker nach:

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