FC Aarau

«Wir sind uns einig, aber...»: Das grosse Warten auf Marco Schällibaum

Der FC Aarau will Marco Schällibaum, Marco Schällibaum will zum FCA. Nur noch die letzten Formalitäten mit Chiasso fehlen.

Der FC Aarau will Marco Schällibaum, Marco Schällibaum will zum FCA. Nur noch die letzten Formalitäten mit Chiasso fehlen.

Marco Schällibaum, der Noch-Trainer des FC Chiasso, ist der Kronfavorit als Nachfolger des beim FC Aarau freigestellten Livio Bordoli – aber noch fehlt eine Einigung mit seinem aktuellen Arbeitgeber.

«Wir wollen Marco Schällibaum als Nachfolger von Livio Bordoli verpflichten», sagt Roger Geissberger, Vizepräsident des FC Aarau. «Und wir sind uns mit Schällibaum auch schon einig. Aber noch ist nichts unterschrieben. Denn erst muss Schällibaum die Abgangsmodalitäten mit Chiasso regeln, ehe er bei uns einen Vertrag unterschreiben kann.»

Auf den ersten Blick scheinen diese klar. Schällibaum, der die Tessiner letzte Saison vor dem Abstieg gerettet hat und aktuell mit seiner Mannschaft Platz 3 in der Challenge League belegt, hat eine Ausstiegsklausel fixiert. Für 30 000 Franken kann er zu einem anderen Klub wechseln. Nur gilt die Klausel ausschliesslich für einen Transfer zu einem Super-League-Klub.

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Neuer Trainer gesucht: FCA-Sportchef Raimondo Ponte spricht bei «Tele M1» über die Entlassung von Livio Bordoli. (13.10.2015)

Bei einem Wechsel zu einem Ligakonkurrenten müssen die Abgangsmodalitäten neu verhandelt werden. Chiasso wehrt sich zwar nicht partout gegen einen Wechsel Schällibaums. Sportdirektor Riccardo Belotti sagt sogar: «Wir haben bei der Suche nach einem Nachfolger drei Kandidaten im Visier.» Aber die Tessiner fordern natürlich Geld.

Bislang wurde keine Einigung erzielt. Es ist indes denkbar, dass Schällibaum noch diese Woche beim FC Aarau einen neuen Vertrag unterschreibt. Es ist aber auch möglich, dass der Wechsel wegen zu hoher Forderungen der Tessiner scheitert.

Die Alternativen

Falls die Verpflichtung Schällibaums nicht realisierbar ist, rücken drei andere Trainer in den Fokus. Wobei sich im Suchfeld der Aargauer vornehmlich erfahrene Trainer befinden.

Beispielsweise Ciriaco Sforza (45). Der Wohler war schon zweimal ein Trainerkandidat in Aarau. Bei seinem letzten, kurzen Engagement in Thun deutete indes wenig darauf hin, dass Sforza seinen Job mit der nötigen Konsequenz ausübt.

Alle Trainer des FC Aarau seit 1981:

Ein anderer Kandidat wäre Urs Meier (54). Wie Sforza auch ein Trainer mit Vergangenheit im Aargau. Bevor er sich beim FC Zürich vom Nachwuchs- zum Cheftrainer hochgedient hatte, war er beim FC Baden tätig

Der vierte Kandidat hiesse René van Eck (49). Derzeit arbeitet er beim holländischen Zweitligisten FC Den Bosch.

Laut Roger Geissberger herrscht bei der Trainersuche kein Zeitdruck. Am Sonntag in Winterthur (15 Uhr) wird voraussichtlich Sascha Stauch, Technischer Leiter des Teams Aargau, an der Linie stehen.

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Der Kult-Trainer

Zurück zu Schällibaum. Der Zürcher, dessen Familie in Gelterkinden wohnt, kann allein mit seiner Art ein Feuer der Leidenschaft entwickeln. In Bern, wo er die Young Boys um die Jahrtausendwende vor dem Abstieg in die 1. Liga bewahrte und danach bis in den Europacup führte, ist er heute noch Kult.

Weniger Glück hatte er bei einigen seiner nächsten Stationen. Bei Servette musste er mit ansehen, wie Marc Roger den Traditionsklub in den Konkurs manövrierte. Danach war Schällibaum häufig ein Opfer seiner Ehrlichkeit. Beim FC Sion legte er sich mit zwei Spielern an, weil deren Einsatzbereitschaft ungenügend war. Unglücklicherweise waren diese Spieler die Informanten von Präsident Constantin.

Und bei den Montreal Impacts gab es für ihn im Winter 2013 trotz der erstmaligen Playoff-Teilnahme keine Zukunft, weil er das divenhafte Verhalten der italienischen Fraktion um die Altstars Alessandro Nesta und Marco Di Vaio nicht mehr tolerieren wollte. Nach 15 Monaten Arbeitslosigkeit kam Chiasso. «Ich bin dem FC Chiasso unendlich dankbar, dass er mir nochmals die Türe zum Schweizer Fussball geöffnet hat», sagte Schällibaum vor drei Wochen. Heute sagt er: «Es ist keine Entscheidung gegen Chiasso, sondern eine Entscheidung für Aarau.»

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