Kurz vor 17 Uhr betritt eine grössere Gruppe mehr oder minder junger Männer die Halle beim Check-in 2 am Flughafen Zürich in Kloten. Alle tragen sie eine dunkle Jacke mit dem Klublogo des FC Wil. Die Mannschaft versammelt sich gerade für ihr vierwöchiges Trainingslager in einem Luxushotel in der Südtürkei. Unter den Spielern findet sich einer, den man dort wohl nicht vermutet hätte. Der eher überraschende Mitreisende ist Marvin Spielmann, ebenfalls bereits in die Vereinsjacke des Zweitplatzierten der Challenge League gehüllt.

Zum immer und immer wieder schauen: Das Traumtor von Marvin Spielmann am 23.9.2015 gegen Lausanne.

Zum immer und immer wieder schauen: Das Traumtor von Marvin Spielmann am 23.9.2015 gegen Lausanne.

Der offensive Mittelfeldspieler hatte sich im Dress des FC Aarau mit teilweise starken Leistungen in der Hinrunde der laufenden Saison erstmals so richtig in den Fokus der Fussballfans gespielt. Sein Vertrag beim Challenge-League-Schlusslicht, wo er wettbewerbsübergreifend mit sechs Treffern bester Torschütze war, wäre noch bis Sommer 2019 gelaufen.

Stillschweigen über die Ablösesumme

Doch wenige Stunden vor seiner Ankunft am Flughafen unterschrieb der 19-Jährige einen Vertrag über viereinhalb Jahre beim FC Wil. Über die vereinbarte Ablösesumme haben die beteiligten Parteien Stillschweigen bewahrt. Es darf aber angenommen werden, dass der Betrag den aktuellen Marktwert Spielmanns von knapp 500 000 Franken (gemäss «transfermarkt.ch») übersteigt.

«Wir haben diesen Transfer nicht gesucht», sagt FCA-Vizepräsident Roger Geissberger. «Wil hat ihm aber ein so gutes Angebot gemacht, dass er uns um die Vertragsauflösung gebeten hat. Da der Transfer auch für uns lukrativ ist, wollten wir ihm nicht vor der Sonne stehen.» Geissberger ist es aber wichtig zu betonen, dass Spielmann nicht verkauft wurde, um das Transferbudget für die Winterpause aufzustocken: «Wir haben die geplanten drei bis vier Transfers völlig unabhängig vom Verkauf Spielmanns evaluiert – und dabei bleibt es auch.»

Einen ersten Kontakt zwischen dem FC Wil und Spielmann gab es offenbar bereits im Dezember. Am Mittwochnachmittag schliesslich wurden sich der FCA und Wil einig. Spielmann räumte seinen Spind in den Katakomben des Brügglifelds und besammelte sich nur wenige Stunden später zusammen mit seinen neuen Teamkollegen am Flughafen. «Ich freue mich auf die neue Aufgabe», sagt Spielmann gegenüber der az und verschwindet dann durch die Sicherheitskontrolle zum Abflug-Gate.