Challenge League

Kein Sieger im Brügglifeld: Aarau und Wil trennen sich 1:1

Das Spiel gegen den FC Wil verläuft lange Zeit wartend und antriebslos. In der 77. Minute trifft der eben eingewechselte Mobulu zum 1:1-Ausgleich. Obwohl Aarau in der Schlussphase noch einen Gang hochschaltet, bleibt der Sieg verwehrt.

Ridge Mobulu ist erst vier Minuten im Spiel. Gerade mal 240 Sekunden! Mehr Zeit braucht der 24-jährige Flügelstürmer des FC Aarau für seinen grossen Auftritt nicht. Mobulu fasst sich eine Viertelstunde vor Schluss ein Herz und schiesst den Ball von der Strafraumgrenze zum 1:1 unter die Latte. Ein Klassetor!

Jubel im Brügglifeld: Ridge Mobulu schiesst Aarau zum 1:1 gegen den FC Wil.

Jubel im Brügglifeld: Ridge Mobulu schiesst Aarau zum 1:1 gegen den FC Wil.

Zwei Minuten später hat Mobulu sogar das 2:1 auf dem Fuss. Diesmal trifft er nur den Pfosten. Wars das? Nein! Die Show des Aarauer Jokers geht weiter: In der Nachspielzeit steht Mobulu plötzlich alleine vor Patrick Drewes, bringt den Ball aber nicht richtig unter Kontrolle und damit auch nicht am Torhüter des FC Wil vorbei.

Torschütze zeigt sich zufrieden

Statt dreimal trifft Mobulu also nur einmal. Gut gelaunt ist der pfeilschnelle Techniker Minuten nach dem Schlusspfiff aber dennoch. «Ich habe trotz der verpassten Möglichkeiten schöne und positive Gefühle», erklärte der gebürtige Waadtländer mit kongolesischen Wurzeln. «Es war fast wie immer in dieser Saison. Der FC Aarau leistet einen grossen Aufwand, hat unzählige Chancen, schiesst aber die Tore nicht.»

So blieb es schliesslich beim 1:1. Ein Resultat, das aufgrund des Spielverlaufs absolut in Ordnung geht. So sah es auch Livio Bordoli. «Das Unentschieden ist gerecht», sagte der Trainer des FC Aarau nach dem Spiel. «Am Schluss waren wir dem Sieg allerdings nahe. Mit ein wenig mehr Glück wäre das 2:1 möglich gewesen.»

Nur die FCA-Schlussphase war stark

Wo Bordoli recht hat, da hat er recht: Natürlich hätte der FC Aarau das Spiel dank der starken Schlussphase gewinnen können, ja vielleicht sogar gewinnen müssen. Aber ganz ehrlich: Bis zum Ausgleichstreffer von Mobulu war Wil dem Sieg näher als der Super-League-Absteiger. Das Unheil aus Sicht des FC Aarau schien nach gut einer Stunde seinen Lauf zu nehmen: Erhan Yilmaz, Wils Bester, startete nahe der Mittellinie zu einem Solo und spazierte in aller Seelenruhe in Richtung Strafraum.

Der 21-jährige Türke wurde nicht attackiert und schoss den Ball aus rund 17 Metern in die Maschen. Steven Deana im Tor des FC Aarau hatte keine Abwehrchance. Die Wiler also lagen mit 1:0 vorne und kontrollierten das Geschehen auf souveräne Art und Weise. Bis zur Einmannshow von Mobulu ...

Ein Punkt hin, ein Punkt her; aus Sicht des FC Aarau bleiben auch nach elf Spielen zwiespältige Gefühle. Wer vor eigenem Publikum gegen einen bescheidenen Gegner nicht mehr riskiert und sich auf die individuelle Stärke eines Jokers verlassen muss, darf sich nicht wundern, wenn er sich in den hinteren Regionen der Tabelle wiederfindet.

FC Aarau – FC Wil: Sven Lüscher und Livio Bordoli im Interview.

FC Aarau – FC Wil: Sven Lüscher und Livio Bordoli im Interview.

Aaraus Mühe mit der Altherrentruppe

Natürlich spielte der FC Wil wie eine ausgefuchste Altherrentruppe. Natürlich nahm die technisch gut besetzte Mannschaft geschickt das Tempo aus dem Spiel, setzte auf Kurzpässe und versuchte ihr Glück fast nur mit Distanzschüssen. Dass dieses billige Rezept der Ostschweizer beinahe zum Sieg reichte, hat weniger mit der Klasse der Gäste als vielmehr mit der momentanen Verunsicherung des Super-League-Absteigers zu tun.

So hatten die Aarauer Glück, dass Deana kurz vor der Pause einen Abschlussversuch von Erhan Yilmaz in extremis über die Latte lenken konnte. Kurz zuvor verfehlte Samir Fazli das Ziel mit einem Flachschuss ebenfalls nur knapp. Fazli war es auch, der zu Beginn der zweiten Halbzeit am reflexstarken Deana scheiterte.

Und der FC Aarau? Livio Bordolis Team nahm zwar das Heft von Beginn an in die Hand und kombinierte bis 30 Meter vor dem Tor gefällig. Je näher es aber dem gegnerischen Strafraum kam, desto weniger Konstruktives war zu sehen. So gesehen ist das Unentschieden fast schon schmeichelhaft.

Lesen Sie hier die Partie in unserem Liveticker nach:

FC Aarau - FC Wohlen 04.10.2015

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