FC Aarau

Heute erster Auswärtssieg? Meister Stauch, bitte übernehmen Sie!

Sascha Stauch hat den Schreibtisch verlassen und arbeitet im Moment hauptsächlich auf dem Trainingsplatz. Rainer Sommerhalder

Sascha Stauch hat den Schreibtisch verlassen und arbeitet im Moment hauptsächlich auf dem Trainingsplatz. Rainer Sommerhalder

Schafft Sascha Stauch das, was der freigestellte Livio Bordoli nicht geschafft hat? Gelingt dem Meisterkicker von 1993 mit dem FC Aarau endlich ein Sieg in der Fremde?

Natürlich erinnert sich Sascha Stauch an die Meistersaison 1992/93 mit dem FC Aarau. «Im Januar durfte ich mit der Mannschaft zur Vorbereitung auf die Rückrunde in ein Trainingslager nach Malaysia fliegen», blickt der Deutsche zurück. «Es war ein Riesenerlebnis. Schliesslich war ich damals erst knapp 19 Jahre alt. Gut vier Monate später feierte der FC Aarau den Gewinn der Meisterschaft. Das Ganze kommt mir heute noch vor wie ein Märchen.»

Stauch war in diesen glanzvollen Zeiten meistens nur Ersatzspieler. Einen grossen Auftritt hatte der junge Mann allerdings: Am 29. September 1993 traf der FC Aarau im Meistercup auf Milan. Nach einem 0:1 im Hinspiel im Zürcher Stadion Hardturm setzte Meistertrainer Rolf Fringer alles auf eine Karte und nominierte Stauch überraschenderweise für die Startformation.

Der Mittelfeldspieler mit der ausgefeilten Technik und der ausgeprägten Dribbelstärke rechtfertigte das Vertrauen, zeigte im Stadio San Siro während 77 Minuten eine starke Leistung und verpasste einen Torerfolg nur knapp. Der FC Aarau schied nach dem 0:0 zwar aus – Stauch aber wurde nach dem Schlusspfiff zum Mann des Spiels gekürt und von den FCA-Fans über alle Massen gefeiert.

Erster Auswärtssieg der Saison?

22 Jahre später schreibt Stauch womöglich erneut ein Märchen. Wenn auch nur ein kleines: Nach der Freistellung von Livio Bordoli übernimmt der Technische Leiter des Team Aargau die Verantwortung für das Spiel des FC Aarau in Winterthur. Der 41-Jährige strebt mit dem Super-League-Absteiger den ersten Auswärtssieg in dieser Saison an. «Ich arbeite mit dem Team seit Dienstag zusammen und habe einen guten Eindruck», sagt er. «Die Stimmung bei den Spielern ist ausgezeichnet. Sie sind top motiviert und wollen gegen Winterthur zeigen, was sie draufhaben. Für mich ist es eine Herausforderung, der ich mich gerne stelle.»

Mal schauen, welche Aufstellung Stauch in seinem ersten Spiel mit dem FC Aarau aus dem Hut zaubern wird. Fehlen werden aufseiten des Super-League-Absteigers der gesperrte Michael Perrier und die verletzten Daniele Romano und Kim Jaggy. Resultat hin, Resultat her; eines steht fest: Nach dem Spiel auf der Winterthurer Schützenwiese wird Stauch den Trainingsbetrieb aller Voraussicht nach am nächsten Dienstag an den neuen Cheftrainer Marco Schällibaum übergeben.

Stauchs Trainerkarriere führte über den SC Schöftland, den FC Olten und den SV Schaffhausen zum FC Aarau. Seit Juli 2010 ist er für den Verein vom Brügglifeld tätig. Der FCA-Nachwuchschef ist im Besitz der Uefa-Pro-Lizenz und seit kurzer Zeit auch Mitglied des Sportausschusses.

Während seiner aktiven Karriere spielte er für den FC Brugg, Aarau, Laufen, Baden, Wangen bei Olten, den SV Schaffhausen, Wohlen und Schöftland. Der ganz grosse Durchbruch als Spieler gelang ihm nicht. Eigentlich erstaunlich, denn der 1,70 Meter grosse und 65 Kilogramm schwere Stauch verfügte durchaus über die Qualität, um bei einem Klub der höchsten Schweizer Spielklasse Fuss fassen zu können. Als Spieler war Stauch zeit seines Lebens also nur Durchschnitt. Vielleicht ist er ja als Trainer spitze. Ein kleiner Anfang ist gemacht.

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