Challenge League

Für den FC Aarau beginnt die Woche der Wahrheit

Für Captain Sandro Burki und seinen FC Aarau stehen wegweisende Spiele an.

Für Captain Sandro Burki und seinen FC Aarau stehen wegweisende Spiele an.

Der Super-League-Absteiger kann innert nur vier Tagen die Saison neu lancieren – oder im Negativfall fast alles verlieren. Lesen Sie hier das Horror- und Wunsch-Szenarium des FC Aarau.

Man hat sich das beim FC Aarau irgendwie alles anders vorgestellt. Vom sofortigen Wiederaufstieg als Saisonziel sprachen die Verantwortlichen wenige Wochen nach dem Abstieg aus der Super League. Dieses Ziel musste wegen des mehr als nur durchzogenen Saisonstarts bald revidiert werden. Von einer Platzierung in den Top 3 war die Rede.

Nach der Verpflichtung von Marco Schällibaum vor Wochenfrist will man nun nach Aussage von Sportchef Raimondo Ponte bis Ende der Vorrunde möglichst nahe an die Spitze herankommen, ein präziser ausformuliertes Ziel fehlt. Fakt ist: Nach zwölf Runden rangierte der FCA auf dem wenig neunten Platz, seit gestern ist der Klub bei einem Spiel weniger gar Letzter.

Sein oder Nichtsein

Aber alles, was war, ist im Idealfall schon am kommenden Donnerstagabend nur noch Schnee von gestern. Denn die Aarauer können in den Partien gegen Challenge-League-Leader Lausanne vom Montagabend (19.45 Uhr) und im Cup-Achtelfinal gegen Le Mont am Donnerstag (19.15 Uhr) den missglückten Saisonstart vergessen machen, die Saison neu lancieren – es ist aber auch möglich, dass nach diesen beiden Spielen fast alle Ambitionen begraben werden müssen:

Der Idealfall: Der FC Aarau besiegt Lausanne und Le Mont. In der Tabelle ist der Leader nur noch sieben Punkte entfernt und im Cup darf man von einem attraktiven Gegner im Viertelfinal träumen.
Der Negativfall: Der FC Aarau verliert gegen Lausanne und Le Mont. Der zu Saisonbeginn angestrebte Aufstieg rückt wegen der 13 Punkte Rückstand auf den Leader in weite Ferne, im Cup scheidet man gegen einen durchaus schlagbaren Gegner aus. Es bleibt nur noch der Kampf gegen den Abstieg.

Dass der FCA überhaupt noch Szenarien errechnen kann, in denen die Tabellenspitze für den Super-League-Absteiger in Reichweite liegt, hängt in erster Linie mit der Ausgeglichenheit der Challenge League in der laufenden Saison zusammen. «Jeder kann jeden besiegen. Das ist in der aktuellen Situation sicher auch etwas unser Glück», sagt Captain Sandro Burki.

Im Umfeld des FCA sind die Meinungen nach der Freistellung von Trainer Livio Bordoli gemacht: Jetzt stehen die Spieler in der Pflicht. «Das ist grundsätzlich immer so», sagt Burki und fügt an: «Da ein Trainerwechsel normalerweise nur im schlimmsten Fall stattfindet – so wie jetzt bei uns –, sind wir Spieler so oder so gefordert.»

Spezieller Einstieg mit Schällibaum

Ungewohnt werden die beiden kommenden Spiele sicherlich, weil Bordolis Nachfolger Schällibaum wegen seiner aus seiner Zeit bei Chiasso mitgebrachten Sperre die Spiele gegen Lausanne und Le Mont nur von der Tribüne aus verfolgen darf. Anstelle des neuen Cheftrainers werden Sascha Stauch, Technischer Direktor des Team Aargau, und Assistenztrainer Ercüment Sahin an der Seitenlinie stehen. «Das ist schon eine spezielle Situation, aber nicht matchentscheidend», sagt Burki.

Für den 30-Jährigen ist in der aktuellen Situation die Vorarbeit in den Trainings wichtiger als das, was während des Spiels geschieht. «Marco Schällibaum hatte ein paar Tage Zeit, uns auf die Partie einzustellen. Jetzt müssen wir seine Ideen möglichst gut umsetzen.»

Dass der FCA je nach Verlauf dieser Woche der Wahrheit wieder ein Wörtchen um den Aufstieg mitreden kann, will Burki nicht kommentieren: «Wir sind Letzter. Das ist sicher nicht der Zeitpunkt, um darüber zu sprechen.» Aber vielleicht der Zeitpunkt, um heimlich davon zu träumen?

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