Erst acht Minuten waren gespielt – und die Begegnung bereits entschieden. Der FC Aarau durfte sich nach einem frühen Doppelschlag durch Luca Radice, der die Indisposition von Verteidiger Luca D’Amato eiskalt ausnutzte, sowie Stephan Andrist auf einen gemütlichen Nachmittag im sonnigen Tessin einstellen.

"Wir haben den Tarif von der ersten Minute an durchgegeben und am Ende souverän gewonnen", konstatierte Radice nach dem Abpfiff. Auch Andrist zeigte sich zufrieden: "Wir haben rasch ins Spiel gefunden und uns die Aufgabe mit schnellen Treffern natürlich selbst erleichtert."

Ein erstarrter Gegner 

Begünstigt wurde dieser Blitzstart von der marginalen Gegenwehr der Tessiner - weder in physischer noch in spielerischer Hinsicht war eine Reaktion von Taverne auszumachen. Dabei war der Club in der letzten Saison dank solider Defensivarbeit (nur 18 Gegentore) erstmals in die 1. Liga aufgestiegen. Gestern zeigte sich die Auswahl von Alfredo Moghini zeitweise erstarrt vor dem grossen Gegner.

Die Aarauer liessen ihrerseits niemals locker - aufsässig und unermüdlich spielten die Schützlinge von FCA-Cheftrainer Sven Christ nach vorne; vor allem die Offensivreihe um Andrist, Gygax und Radice nutzte ihre Freiheiten im 3-4-3-System konsequent aus, um zwei weitere Treffer in der Mitte der ersten Halbzeit nachzulegen. Zu diesem Zeitpunkt war einzig noch die Höhe des Sieges offen.

Ein zufriedener FCA-Trainer 

"Wir haben unseren Auftrag mit Bravour erfüllt", zeigte sich Christ zufrieden. Auch die Art und Weise des klaren Auswärtserfolgs mit vielen Ideen und Varianten habe ihm gefallen - abgesehen von fünf Minuten vor dem Seitenwechsel. Dort agierte Aarau plötzlich fahrig und unkonzentriert, was Taverne prompt zum Ehrentreffer nutzte.

Im zweiten Durchgang kamen Dusan Djuric und Frano Mlinar zum ersten Pflichtspieleinsatz für den FCA. "Es ist wichtig, dass sie Spielpraxis sammeln können", so Christ. Beiden Neulingen attestierte er ein enormes Potenzial. "Sie werden uns in der Zukunft weiterbringen", so der 40-Jährige.

Am Sonntag sorgten andere Akteure für einen Aarauer Kantersieg: Zuerst markierte Andrist nach einem weiteren Defensivpatzer von Loris Ziccardi seinen dritten persönlichen Treffer. Und nachdem Letzterer, symptomatisch für das fehlerhafte Tessiner Auftreten, auch noch ins eigene Netz getroffen hatte, sorgte Wieser schliesslich für den diskussionslosen Endstand.

Und nun? "Im Cup reichen sechs Spiele, um einen Titel zu gewinnen. Natürlich wollen wir so lange wie möglich im Wettbewerb bleiben", so Sven Christ zu den Aarauer Cup-Zielen.

Taverne - Aarau 1:7 (1:4)

Rivera. - 600 Zuschauer. - SR Superczynski. - Tore: 5. Radice 0:1. 8. Andrist 0:2. 19. Gygax 0:3. 24. Andrist 0:4. 41. Lamanna 1:4. 53. Andrist 1:5. 83. Ziccardi (Eigentor) 1:6. 88. Wieser 1:7.

Aarau: Pelloni; Martignoni, Thaler, Bulvitis; Nganga (46. Mlinar), Foschini, Wieser, Jaggy; Andrist, Gygax (65. Mickels), Radice (46. Djuric).

Bemerkungen: Aarau ohne Feltscher, Garat, Gauracs, Jäckle, Senger (alle verletzt), Schultz (krank) und Lüscher (nicht im Aufgebot). 32. Treffer von Bulvitis wegen Offside annulliert. 61. Wieser schiesst Foulpenalty übers Tor. 70. Kopfball von Mickels an die Querlatte. - Verwarnungen: 44. Krasniqi, 55. Ziccardi (beide Foulspiel), 76. Bulvitis, 76. Forzano (beide Unsportlichkeit).

Lesen Sie den Verlauf der Partie in unserem Live-Ticker nach:

Coverit Liveticker AC Taverne - FC Aarau