Torfeld Süd

Die Stadion-Petition spaltet die Fans des FC Aarau

FC Aarau-Fans im Brügglifeld (Archiv)

FC Aarau-Fans im Brügglifeld (Archiv)

Die Szene Aarau, die Dachorganisation der FC Aarau-Fans, bezweifelt den Nutzen der Unterschriftensammlung für eine beschleunigte Verwirklichung des Stadionbaus Torfeld Süd. Sie stehe der Petition «neutral» gegenüber.

Die Euphorie der FCA-Fans, die seit letzter Woche zu Hunderten die Petition «Aufbruch statt Abbruch, Pro Torfeld Süd – Pro Spitzenfussball im Aargau» unterschrieben haben, erfährt einen Dämpfer: Die Szene Aarau, die Dachorganisation der FCA-Fans, hält in einer Stellungnahme auf ihrer Website fest, dass sie der Petition neutral gegenüberstehe.

Diese fordert vom Aarauer Stadtrat und dem Regierungsrat, dass die «Verwirklichung des neuen Fussballstadions ‹Torfeld Süd Aarau› intensiviert wird».

«Es freut uns zwar, zu sehen, mit welcher Entschlossenheit versucht wird, den Stadionneubau zu unterstützen, der Nutzen einer solchen Petition erscheint uns aber fraglich, da zum jetzigen Zeitpunkt weder der Stadtrat noch der Regierungsrat den Fortschritt des Projekts beschleunigen können», so die Stellungnahme der Szene Aarau.

Friedliche, kreative Ideen gesucht

«Wir sehen die Petition nicht als kontraproduktiv an», teilen die Verantwortlichen der Szene Aarau auf Anfrage mit. Ihrer Meinung nach übe die Petition aber Druck auf Parteien aus, in deren Macht es nicht stehe, über das rasche Vorankommen zu entscheiden.

«Zudem glauben wir nicht, dass eine solche Petition den Beschwerdeführer umstimmen kann, wenn sich dieser auch von mehreren Volksabstimmungen nicht beeindrucken lässt und die ihm zugestandenen demokratischen Rechte einzig zu seinem Vorteil bis zum Äussersten ausreizt.»

Den Stadionbau unterstützen will aber auch die Dachorganisation: Sie sei daran, Ideen auszuarbeiten, «wie wir auf friedliche, kreative und positive Weise den Stadionbau unterstützen können.» Gleichzeitig bittet die Szene Aarau darum, jegliche Handlungen zu unterlassen, welche dem Stadionprojekt oder dem Ansehen der Fanszene schaden könnten.

«Auch wir sind über die Entwicklung nicht erfreut, überhastete Aktionen lösen das Problem aber nicht.» Die Dachorganisation bittet die Fans darum, Ideen und Vorschläge für Aktionen mit ihnen abzusprechen. Zu diesem Zweck hat sie extra eine E-Mail-Adresse eingerichtet (torfeldsued@szene-aarau.ch), an die die Vorschläge geschickt werden können.

René Kunz, ehemaliger SD-Grossrat und Initiant der Petition, nimmt die Stellungnahme der Szene Aarau zur Kenntnis. «Ihre Ansicht teile ich aber nicht.» Er sei der Überzeugung, dass man weiterhin von allen Seiten her Druck ausüben müsse, damit es mit dem Beschwerdeverfahren vorwärts gehe. «Es liegt nun an den Behörden, dass jetzt etwas geht.

Die Fans wollen endlich einen Entscheid.» Kunz hält weiter fest, dass auch Leute der Szene Aarau unterschrieben hätten. «Die Petition ist nichts Weiteres als eine Bittschrift und tut keinem weh. Aber jede Aktion löst etwas aus, selbst wenn sie keine Verpflichtung für die Behörden mit sich zieht.»

Zeitplan bleibt ungewiss

Ob Druck – egal ob auf die Behörden oder den Beschwerdeführer – Wirkung zeigt, ist fraglich. Auf Seite der Behörden können derzeit weder der Aarauer Stadtrat noch der Regierungsrat Tempo machen. Zwar liegt der Ball beim Regierungsrat, der über den Inhalt der Beschwerde entscheiden muss.

«Aber das Beschwerdeverfahren sieht vor, dass die involvierten Parteien zu den Ausführungen der Gegenseite Stellung nehmen und Anträge stellen können. Im Moment findet dieser Schriftenwechsel statt», sagt Marcel Bolz, Leiter des Rechtsdienstes des Regierungsrats.

Wie lange das dauern wird, ist nicht abschätzbar. «Die Dauer des Beschwerdeverfahrens hängt hauptsächlich von den Anträgen der Parteien ab», so Bolz weiter. Diese würden gemäss den prozessrechtlichen Bestimmungen behandelt. «Die Parteien können auch Anträge zu den Fristen für ihre Stellungnahmen stellen.»

Kunz setzt sich dennoch weiter mit vollem Elan für die Petition ein. Der Erfolg gebe ihm recht, es laufe sensationell gut: Knapp eine Woche nach dem Start der Unterschriftensammlung haben rund 1800 Personen die Online-Petition unterschrieben. Ausserdem hätten bereits 40 Personen nach gedruckten Unterschriftenbögen verlangt.

«In den letzten Tagen habe ich rund 350 Unterschriftenbögen verschickt. Ich rechne in den nächsten Wochen mit zusätzlichen 2000 Unterschriften.» Mitte Dezember will Kunz die Unterschriften an den Aarauer Stadtrat übergeben.

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