Der FC Aarau ist wie Griechenland. Hier wie dort stimmen die Zahlen nicht. Hier wie dort hat sich der Pleitegeier eingenistet.

Sechs Spiele, drei Punkte, fünf erzielte Tore – das ist die absolut ungenügende Bilanz des FC Aarau. Doch was sind die Gründe für diesen miserablen Saisonstart?

Offensichtlich ist, dass gewisse Spieler den Abstieg aus der Super League noch immer nicht verdaut haben – was schlicht bedenklich ist. Luca Radice gehörte letzte Saison noch zu den wenigen auffälligen Figuren. Doch eine Spielklasse tiefer gelingt es ihm nicht, aus einem biederen Ensemble herauszuragen. Ähnlich wie bei Radice verhält es sich auch bei den Aussenverteidiger Igor Nganga und Kim Jaggy.

Der FC Aarau verliert gegen den FC Schaffhausen: Die Stimmen zum Spiel

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Ein ängstlicher Trainer

Da ist aber auch der Trainer Livio Bordoli, der noch nicht wirklich in Aarau angekommen ist. Während die Klubleitung vor dem Saisonstart den Aufstieg als Ziel definiert, spricht der Trainer von einer Rangierung zwischen eins und fünf. Der Respekt Bordolis vor dem Ziel Aufstieg spiegelt sich in der Spielweise seines Teams, der es bisher in keiner Partie gelungen ist, Dominanz auszustrahlen. Schlimmer noch: Der FC Aarau wirkt konzept- und ideenlos, häufig sogar ängstlich.

Bordoli hat nebenbei den Fehler gemacht, einen Neuzugang als Schlüsselspieler zu erklären, der den physischen Ansprüchen nicht genügt. Was in der Mannschaft für Irritationen sorgen kann. Gestern sass Carlinhos sogar 90 Minuten auf der Bank.

Und da sind neben Carlinhos weitere Neuzugänge, die (noch) nicht genügen. Wie Stürmer Mart Lieder, der in Schaffhausen zwar zu einer Chance kam, ansonsten aber unsichtbar blieb. Oder Michael Perrier, der zwar ein unerbittlicher Wadenbeisser und Kilometerfresser ist, aber auf der offensiven Mittelfeldposition keine Wirkung erzielt.

Null Chancen

«Wir trainieren gut. Doch es gelingt uns nicht, die Trainingsleistungen im Spiel umzusetzen», sagt Petar Sliskovic. Woran liegt es? «Vielleicht ist der Druck zu gross.» Eine Floskel? Wahrscheinlich. Fakt ist: Die erste Halbzeit in Schaffhausen ist eine einzige Katastrophe. Keine Chance, kein Abschluss. Kein Wille erkennbar, sich aus der Negativspirale befreien zu wollen.

Stattdessen sehen wir einen lethargischen FC Aarau und in der 53. Minute das 1:0 für Schaffhausen. Igor Tadic trifft mittels Foulpenalty, nachdem Garat Gonçalves gefoult hatte.

Was folgt ist eine scheue Leistungssteigerung, die mit der Einwechslung von Daniele Romano etwas zu tun hat. Doch erst scheitert Romano an Schaffhausens Keeper Kostadinovic, danach verpasst es Sliskovic, Romanos Vorarbeit zu veredeln.

Der FC Aarau befindet sich im freien Fall. Was den Zorn der Anhänger provoziert. Es braucht einige Polizisten in Vollmontur, um die Fans auf Distanz zu halten, während die Spieler in den Mannschaftsbus einsteigen.

Eine Frage an Livio Bordoli: Muss man sich jetzt Sorgen machen um den FC Aarau? «Ja. Und man muss wahrscheinlich die Ziele neu definieren.» Wobei er selbst von vornherein nicht allzu optimistisch war.

Kurztelegramm: Schaffhausen - Aarau 1:0 (0:0)

1597 Zuschauer. - SR Gut. - Tor: 53. Tadic (Foulpenalty) 1:0.

Lesen Sie den Spielverlauf in unserem Liveticker nach: 

Liveticker FC Schaffhausen - FC Aarau