EHC Olten

Visp-Trainer Scott Beattie verpasst die Rückkehr an die alte Wirkungsstätte

Vierte Direktbegegnung dieser Saison gegen Visp: Der EHC Olten ging heute zum dritten Mal als Sieger vom Platz.

Vierte Direktbegegnung dieser Saison gegen Visp: Der EHC Olten ging heute zum dritten Mal als Sieger vom Platz.

«Aus privaten Gründen», mehr war am Samstagabend nicht zu erfahren, warum Scott Beattie bei Visps 2:6-Niederlage im Kleinholz den Headcoach-Posten seinem Assistenten Roger Misteli überliess. Der Oltner war bei der deutlichen Niederlage machtlos.

Es wäre die Geschichte gewesen am Samstagabend: die Rückkehr des Scott Beattie ins Kleinholz, 414 Tage nach dem Rauswurf als EHCO-Trainer. Am 21. November 2014 wurde er in Olten aus einem laufenden 5-Jahres-Vertrag freigestellt; Anfang Oktober 2015 konnte man sich schliesslich finanziell einigen, ehe er am 28. Dezember beim EHC Visp den relativ erfolglosen Interims-Trainer und -Sportchef Gil Montandon in beiden Ämtern ablöste. Beattie ist also nach langer Abwesenheit zurück im NLB-Geschäft – aber nicht zurück in Olten.

Die komplette Klubführung blieb fern

«Aus privaten Gründen» blieb der Kanadier der Affiche nämlich fern und wurde stattdessen von Assistent Roger Misteli an der Bande vertreten. Misteli, ein Oltner und früher als Nachwuchsverantwortlicher beim EHCO tätig, wollte zur Causa Beattie verständlicherweise nichts sagen. Ausser, dass es für das Team bestimmt nicht optimal gewesen sei, dass man im Coaching kurzfristig habe umdisponieren müssen. Am Freitagmittag habe Beattie ihm, Misteli, gegenüber erstmals angetönt, seinem erst vierten Einsatz als Headcoach eventuell nicht nachkommen zu können.

Keine Stellung beziehen konnte die Führungsriege des EHC Visp. Ausgerechnet bei diesem Auswärtsspiel, welches vor spärlichem Visper Anhang (rund 30 Fans) über die Bühne ging, war kein einziger Vertreter aus der Walliser Führungsriege vor Ort oder anderweitig zu erreichen.

Dem angeblichen Stadionverbot nicht getrotzt

Ein Schelm, wer dem früheren EHCO-Coach unterstellt, dass er eine Rückkehr ins Kleinholz ganz einfach scheute und entsprechenden Reaktionen aus dem Weg gehen wollte. Dabei hätte er elegant das Stadionverbot umgehen können, welches ihm, gewissen Quellen zufolge, auferlegt worden war. Vielleicht wollte er sich aber auch ganz einfach nicht den Samstagabend vermiesen lassen. Und das lag weniger an den Sprüchen, welche er sich bestimmt hätte anhören müssen, als vielmehr am Spiel seiner Mannschaft.

Wenn der Trainerwechsel in Visp eine Wirkung gehabt haben sollte, so war sie spätestens am Samstagabend wieder verpufft. Im Vergleich zum letzten Aufeinandertreffen der beiden letztjährigen Playoff-Viertelfinalgegner war nämlich praktisch kein Fortschritt zu erkennen bei den Gästen. Schon damals, am 11. Dezember, lieferte der einst stolze EHC Visp einen indiskutablen Auftritt, und auch am Samstag stemmte sich längst nicht die ganze Mannschaft gegen den drohenden frühen Untergang im Kleinholz.

Kuonen verhinderte Totalausfall

Dass man nach zwei Dritteln nicht mit fünf oder sechs Toren im Hintertreffen lag, hatten die Walliser einzig Robin Kuonen zu verdanken. Die 21-jährige Nummer zwei im Visper Tor ersetzte in der 27. Minute Matthias Schoder, welcher einen rabenschwarzen Abend eingezogen und einen rätselhaft orientierungslosen Eindruck hinterlassen hatte. Schoder reihte sich damit nahtlos ein in die Leistung seiner Vorderleute, welche vor allem in der ersten Spielhälfte einen in jeder Beziehung überforderten Eindruck hinterliessen. «Sie liessen uns vor allem in der neutralen Zone zu viel Raum», bestätigte EHCO-Captain Stefan Hürlimann die Aussage Mistelis.

Dass man so gegen eine spielstarke und tempofeste Mannschaft wie Olten nur verlieren kann, sollte indes bekannt sein.

Obwohl man die nötige Effizienz nach dem 5:1 ein wenig vermissen liess, zeigte sich Hürlimann sehr zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft. «Es ist uns recht viel gelungen, das war auch gut fürs Selbstvertrauen», so der Center, welcher zusammen mit Truttmann und Schwarzenbach die mit Abstand gefährlichste Linie des Abends bildete. «Wir befinden uns, im Hinblick auf die Playoffs, bereits in der Detailarbeit. Dass wir das im Spiel so umsetzen können, ist natürlich cool.»

Lesen Sie hier die Partie in unserem Liveticker nach:

EHC Olten - EHC Visp, 9.1.2016, Liveticker

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