EHC Olten

Tim Bucher: «Spielen endlich Playoff-Hockey»

«Wir werden alles für einen nächsten Sieg geben»: Tim Bucher.

«Wir werden alles für einen nächsten Sieg geben»: Tim Bucher.

Der EHC Visp und ihr Captain, Tim Bucher, haben nach dem zweiten Sieg und dem Ausgleich der Serie gegen den EHC Olten Fahrt aufgenommen.

Tim Bucher gehört zu jenen Spielern im Schweizer Eishockey, welche das Nomadenleben in ziemlich ausgeprägter Art und Weise verkörpern. Der Spieler selber, welcher im Oktober in Bern sein Betriebswirtschaftsstudium abschliessen wird, spricht von einer Tour de Suisse, welche er, im Alter von erst 27 Jahren, bereits hinter sich hat. Weil es ihm nach seiner Jugendzeit in Rapperswil nie ganz gelang, sich bei seinem Stammklub in der NLA festzubeissen, holte er sich mit B-Lizenzen anderswo Spielpraxis. Zuerst, noch im Juniorenalter, beim 1.-Ligisten Wil, später in der NLB, wo der EHC Visp seine erste Station als Stammspieler im Profieishockey bedeutete.

Enttäuschung mit Lausanne

Es habe damals in Visp durchaus einen gewissen Hype gegeben, begründet er rückblickend seinen Entscheid, mit 20 den Schritt ins Wallis zu wagen – und sich damit gegen Olten zu entscheiden. «Ich war in Olten im Probetraining und unterhielt mich lange mit Dino Stecher», schmunzelt der Verteidiger heute, gut sieben Jahre später. «Ich war an einem Punkt, an welchem ich etwas ganz Neues erleben wollte.» In Olten war zu diesem Zeitpunkt alles noch im Aufbau, und so entschied er sich für eine Saison in Visp. «Allerdings», wirft er ein, «ist es sehr eindrücklich, was in den letzten Jahren in Olten ablief. Ich finde die Situation, wie sie sich in Olten präsentiert, ideal, mit dem Stadion, welches etappenweise saniert worden ist inklusive Solaranlage auf dem Dach. Und, nicht zu vergessen, auch der Zuspruch der Fans ist vorzüglich.»

Wie sich der EHC Olten in den letzten Jahren entwickelt hat, dazu gehört auch der Zuschaueraufmarsch, beeindruckt Tim Bucher.

Wie sich der EHC Olten in den letzten Jahren entwickelt hat, dazu gehört auch der Zuschaueraufmarsch, beeindruckt Tim Bucher.

Es folgten, wieder auf Leihbasis, die Abstecher nach Sierre und Lausanne. Mit den Waadtländern erlebte er die vielleicht grösste sportliche Enttäuschung seiner Karriere. Nach einer dominanten Qualifikation marschierte man auch in den Playoffs durch und führte im Final gegen Langenthal bereits mit 2:0, ehe man innert einer einzigen Woche viermal gegen den SCL verlor. «Das war absolut unfassbar.» Die nächste Saison, Bucher hatte unterdessen in Langenthal angeheuert, brachte das nächste einschneidende Erlebnis: den tragischen Vorfall mit Ronny Keller. «Wir waren gegen Olten, aus meiner Sicht, die bessere Mannschaft, spielten sehr hart auf den Körper und haben so versucht, die spielerischen Vorteile der Oltner zu neutralisieren – und dann passiert so etwas.»

Olten gewann nicht nur das Spiel in der Verlängerung, sondern am Ende auch die Serie mit 4:2. Für Bucher zeigen nicht zuletzt diese beiden Erlebnisse, dass es, über eine ganze Karriere gesehen, sehr viel braucht, erfolgreich zu sein. «Ob es diesmal mit Visp gegen Olten reichen wird, kann ich nicht beurteilen. Ich kann nicht einmal sagen, ob wir am Freitag zu einem weiteren Sieg kommen – aber wir werden sicher alles dafür geben.» Auf jeden Fall ist er mit seinem aktuellen Team bereits zwei Schritte weiter, als noch vor einem Jahr.

Das Glück wechselte die Seite

Zuerst jubelten die Oltner in der Viertelfinal-Serie - nun zweimal in Serie die Visper.

Zuerst jubelten die Oltner in der Viertelfinal-Serie - nun zweimal in Serie die Visper.

Damals scheiterten die Walliser gleich mit 0:4 an Olten. Es war das erste Viertelfinal-Out überhaupt für Bucher, und erst noch so deutlich: «Man muss wohl alles einmal erlebt haben, obwohl es nicht so schön war.» Die Serie zeigte aber auch, dass immer ein wenig Glück dazugehört, ein Spiel gewinnen zu können. War es im Februar 2015 ganz klar aufseiten der Oltner, habe am Dienstag sein Team davon profitiert: «In den letzten zwei Minuten hatten wir das Glück sicher auf unserer Seite, aber wir haben es auch erzwungen, Schüsse geblockt, alles für den Sieg gegeben.»

Morgen Freitag beginnt in der Serie also alles wieder von vorne. Es steht 2:2, der Ausgang ist offen. Nachdem man den Oltnern im ersten Spiel noch ins offene Messer gelaufen sei, habe man es in den letzten Spielen verstanden, die Räume in der neutralen Zone eng zu machen und den EHCO in dessen Zone zu Fehlern zu zwingen. «Wir spielen endlich Playoff-Hockey», fasst Bucher den auch emotional verbesserten Auftritt zusammen. Und er weiss genau: Zusammen mit dem Momentum, welches unbestritten aufseiten der Visper gekippt sei, ergeben sich plötzlich ganz neue Möglichkeiten für den Qualifikations-Fünften. «Und die wollen wir natürlich nutzen.»

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