Weihnachtsgewürze

Festlich gewürzt

Zimt, Koriander, Anis: Diese und viele andere exotische Gewürze haben längst Eingang in unsere Küche gefunden. Sie sorgen immer noch für wohlschmeckende bis überraschende Akzente in süssen wie in salzigen Speisen.

Zimt, Koriander, Anis: Diese und viele andere exotische Gewürze haben längst Eingang in unsere Küche gefunden. Sie sorgen immer noch für wohlschmeckende bis überraschende Akzente in süssen wie in salzigen Speisen.

Wie kamen Anis, Zimt und Kardamom einst in unser Weihnachtsgebäck? Wir unternehmen eine kleine Reise in die Welt der festlichen Gewürze.

Unverwechselbar duftende Gewürze künden jedes Jahr die Advents- und Weihnachtszeit an. Das ist kein Zufall, sondern hat einen historischen Hintergrund. Zimt, Muskat, Ingwer und weitere Aromen spielten in der Geschichte der Menschheit eine wirtschaftliche, politische und religiöse Rolle. Zusätzlich zu ihrer Verwendung zur Geschmacks- und Lebensmittelkonservierung werden auch heute noch viele Gewürze als Arzneimittel eingesetzt. Auffallend ist nämlich, dass die typisch weihnachtlichen Gewürze einen hohen Anteil an ätherischen Ölen enthalten, die beispielsweise die Verdauung fördern, den Appetit anregen oder die Abwehrkräfte stärken. Darüber wussten im Mittelalter vor allem die Mönche und Nonnen Bescheid: Sie studierten die Schriften der Antike und der Araber und pflanzten in ihren Klostergärten allerlei Gewürze an, von deren Heilkraft sie überzeugt waren.

Die wichtigsten Weihnachtsgewürze

Prägen die Weltgeschichte

Zu den ersten, die Gewürze nach Europa brachten, gehörten die mittelalterlichen Rückkehrer aus den
Kreuzzügen im Osten. Sie hatten ihre Taschen voll mit exotischen und duftenden Lebensmitteln und weckten damit das Interesse in der europäischen Oberschicht. Als clevere Händler bekannt, erkannten die venezianischen Kaufleute das Potenzial der schmackhaften Ware. Sie nutzten ihre ideale geografische Lage mit dem Hafen an der Adria für den Aufbau des europäischen Gewürzhandels. Im Spätmittelalter und der beginnenden Frühneuzeit wurden sie jedoch von den grossen Kolonialmächten Portugal, Holland und England abgelöst. Diese übernahmen ab dem 16. Jahrhundert verstärkt eine führende Rolle im Weltgewürzhandel.

Gewürze waren so begehrt, dass sie oft als Zahlungsmittel verwendet wurden, nicht zuletzt auch, um Entscheidungsträger zu bestechen, Schulden zu begleichen oder um Richtergremien zu begünstigen. Erst im 19. Jahrhundert zerfielen die hohen Preise, so dass sich auch die weniger betuchte Bevölkerung Europas Gewürze leisten konnte – nicht nur für den kulinarischen Genuss, sondern auch als natürliche Medizin. Der intensive Einsatz exotischer Gewürze, vor allem im Winter und über die Festtage, ist wohl auch auf deren wohltuende Wirkung auf unsere Gesundheit zurückzuführen.

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