Schulen

Beschlossen: Grenchen bekommt den Kindergarten Nummer 16

Neue Kindergarten für Grenchen: Die Stadt mietet sich in der neuen Überbauung «Perron 3» in der Güterstrasse ein.

Neue Kindergarten für Grenchen: Die Stadt mietet sich in der neuen Überbauung «Perron 3» in der Güterstrasse ein.

Kaum wurde der letzte Kindergarten eröffnet, folgt schon der nächste, Nummer 16 auf dem Stadtgebiet von Grenchen. Genau genommen werden auf das neue Schuljahr hin zwei neue Kindergärten eröffnet und einer geschlossen.

Das Bevölkerungswachstum der Stadt fordert seinen Tribut: Noch bevor der neue Kindergarten Röti im vergangenen August eröffnet wurde, hatte die Schule schon Bedarf für Kindergarten Nummer 16 angemeldet. Jetzt kommt es gar zu einer grösseren Rochade: An der Güterstrasse soll in der neuen Wohnliegenschaft «Perron 3» eine Mietlösung realisiert werden. Gleichzeitig wird einer der beiden Kindergärten Kastels geschlossen und im Schulhaus IV ein weiterer Kindergarten realisiert.

«Die Erhebungen haben gezeigt, dass wir im Kastelsquartier mit weniger Kindergartenplätzen auskommen, dafür aber der Bedarf im Stadtzentrum erhöht ist», erläutert Gesamtschulleiter Hubert Bläsi die Entwicklung.

Vertrauliches Traktandum

An der Gemeinderatssitzung vom 3. April hat der Rat unter Ausschluss der Öffentlichkeit beschlossen, in der neuen Liegenschaft «Perron 3» an der Güterstrasse Räume für Kindergarten Nummer 16 zu mieten. Weil Details wie die Mietzinshöhe zur Debatte standen, habe man vertraulich verhandeln wollen, begründet die Stadt. Die neue Wohnüberbauung mit 68 Mietwohnungen zwischen Freie- und Güterstrasse hat auch (leerstehende) Gewerbe- und Praxisräume im südlichsten der vier Mehrfamilienhäuser.

In dieser Liegenschaft soll ab Schulbeginn 2018/19 ein Kindergarten realisiert werden. Die Stadt will einen festen Mietvertrag für die Dauer von fünf Jahren abschliessen, mit Option auf zweimalige Verlängerung. Mit einer Grösse von 142 m2 plus einer umzäunten Aussenfläche von rund 200 m2 entsprechen die Flächen den gesetzlichen Vorschriften.

Mieten ist das Beste

«Vielleicht ergibt sich ja nach einigen Jahren wieder eine andere Verlagerung der Kinder», erklärt Bläsi. Somit sei man mit einer Mietlösung am besten bedient. Der Vermieter übernimmt die Umbaukosten, die Stadt wird den Kindergarten mit Mobiliar ausstatten. Der Gemeinderat bewilligte hierfür einen Kredit über 47'000 Franken.

Die unterschiedliche Verteilung der Anzahl Kinder in den Quartieren macht einen weiteren Schachzug notwendig. Die Schule will auf das kommendes Schuljahr einen der beiden Kastels-Kindergärten schliessen und stattdessen im Untergeschoss des Schulhauses IV einen Kindergarten realisieren.

Sitzungszimmer gestrichen

Dafür muss die Lehrerschaft auf das erst kürzlich im Zusammenhang mit der Sek-I-Reform realisierte neue Sitzungszimmer bereits wieder verzichten. Die GRK hat für Umbau, Ausstattung und Umzug letzte Woche einen Kredit gesprochen. Danach steht eine Fläche von 225 m2 zur Verfügung sowie 190 m2 Aussenraum. Der Umbau soll in den Sommerferien stattfinden.

Das Sitzungszimmer wird im Untergeschoss des Schulhauses IV zum Kindergarten umgebaut.

Das Sitzungszimmer wird im Untergeschoss des Schulhauses IV zum Kindergarten umgebaut.

Die Planung der Kindergartenkapazitäten und insbesondere deren Platzierung in den Quartieren sei keine exakte Wissenschaft, sondern eher eine rollende Planung. «Wir versuchen den Bedarf nach bestem Wissen und Gewissen zu erheben, werden aber mitunter von der Realität überholt», erklärt Bläsi dazu. Die Prognosen werden jeweils zum Zeitpunkt der Geburt der Kinder gemacht für das Quartier, in dem die Neugeborenen leben. Die Grenchner gelten als eher umzugsfreudig und so kann sich die Situation innerhalb weniger Jahre ändern, «insbesondere wenn noch so viel gebaut wird wie jetzt», gibt Bläsi zu bedenken.

Bei der Planung versuche man auch zu vermeiden, dass die Kinder es weit haben bis in den Kindergarten. Gleichzeitig gelte es, Transporte möglichst zu vermeiden. In der Freimatt entsteht nun quasi ein Doppelkindergarten in zwei benachbarten Wohnblocks. Davon profitieren laut Bläsi jetzt auch die Kinder aus den Blöcken an der Flughafenstrasse. Diese mussten bisher ins Eichholz.

Weniger Freude hatten die Sek-Lehrer im Schulhaus IV, da sie ihr Sitzungszimmer verlieren. Nach einer Lösung werde gesucht, versichert Bläsi. Doch in diesem Zielkonflikt habe man für die Kinder entscheiden müssen.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1