Mexiko

Gewalt bei Frauendemonstration in Mexiko-Stadt

Ein Protestmarsch gegen Gewalt an Frauen in Mexiko-Stadt artete am Freitagabend aus.

Ein Protestmarsch gegen Gewalt an Frauen in Mexiko-Stadt artete am Freitagabend aus.

Bei einem Protestmarsch gegen Gewalt gegen Frauen in Mexiko-Stadt ist es zu Ausschreitungen gekommen. An mehreren Orten wurde Feuer gelegt - unter anderem in einer Polizeiwache und an einem Denkmal zur Unabhängigkeit Mexikos.

Hunderte Frauen demonstrierten am Freitagabend (Ortszeit) im Herzen der Hauptstadt, nachdem in den vergangenen zwei Wochen zwei junge Frauen unabhängig voneinander angegeben hatten, in Mexiko-Stadt von Polizisten vergewaltigt worden zu sein.

Vermummte Frauen zerstörten am Rande des Protestmarschs eine Bushaltestelle und beschädigten einige Polizeiautos. Mehrere Menschen wurden mit Farbe besprüht. Ein Mann streckte einen Fernsehreporter während eines Liveberichts mit einem Fausthieb nieder. Medienberichten zufolge gab es 17 Verletzte, darunter 14 Polizisten und zwei Journalisten.

Polizisten suspendiert

Es hatte bereits in den Tagen zuvor Demonstrationen gegeben. Eine 17-Jährige war nach eigenen Angaben am 3. August von mehreren Polizisten vergewaltigt worden, als sie sich nachts auf dem Heimweg befand. Eine 16-Jährige zeigte einen Polizisten an, der sie in einem Museum, in dem sie ein Praktikum machte, vergewaltigt habe.

Die Demonstranten forderten Gerechtigkeit für die mutmasslichen Opfer. Die Bürgermeisterin von Mexiko-Stadt, Claudia Sheinbaum, erklärte, sechs Polizisten seien suspendiert worden.

Nach Angaben der Einheit der Vereinten Nationen für Gleichstellung und Ermächtigung der Frauen haben in Mexiko zwei Drittel der Frauen über 15 Jahren bereits eine Form von Gewalt erlebt. Die Uno-Organisation schätzt, dass es in den vergangenen 25 Jahren rund 35'000 Tötungsdelikte an Frauen wegen ihres Geschlechts gab.

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