An den am kommenden Mittwoch beginnenden Heim-Weltmeisterschaften im Muotatal (SZ) werden auch drei Solothurner Athleten und eine Solothurner Trainerin dabei sein. 45 Jahre nachdem die letzten Kanu-Weltmeisterschaften in der Schweiz, ebenfalls auf der Muota, stattfanden, haben die drei Selektionierten des Kanu-Leistungszentrums Solothurn, eine Chance den Heimvorteil für sich nutzen zu können.

Für die optimale Vorbereitung haben sich Melanie Mathys, Nico Meier und Robin Häfeli in den letzten Wochen unter der Leitung ihrer Trainerin Kristin Amstutz mit vielen Trainings und Trainingslagern auf der Muota intensiv auf die WM vorbereitet.

Nebst den vielen Trainings seit letztem Oktober auf der Aare, fuhren sie seit Anfangs April ein- bis zweimal pro Woche ins Muotatal um den Wildbach bei jedem Wasserstand trainieren zu können. Die Muota gilt als schwieriger und unberechenbarer Wildbach mit raschen Schwankungen des Wasserstandes.

Im Gegensatz zu vielen Rennstrecken im Ausland, kann die Muota nicht reguliert werden und es mussten nach starken Regenfällen auch schon Rennen auf diesem Bach abgesagt werden, da die Sicherheit nicht mehr gewährleistet werden konnte.

Volle Konzentration

Das OK um den Kanu Klub Zug hat aber sehr viel Arbeit und Energie in das Projekt WM «Muota 2018» gesteckt und hofft auf eine niederschlagsarme WM-Woche und möglichst faire Bedingungen für alle Teilnehmer.

Die besondere Schwierigkeit der Muota liegt darin, dass der schwierigste Teil im klassischen Rennen über die lange Distanz erst ganz am Schluss des Rennens in der Wildwasserarena um den Muotastein kommt. Die gesamte Strecke fordert aber von Beginn weg volle Konzentration, Kraft und eine gute Wildwassertechnik. Auch beim Sprintrennen wird die Schlüsselstelle um den Muotastein über Sieg oder Niederlage entscheiden.

Für die Teamleaderin des Schweizer WM-Teams, Melanie Mathys sind die Zielsetzungen klar. Sie will in beiden Einzelrennen auf das Podest, am liebsten ganz zuoberst, den dieser Titel fehlt ihr noch in ihrer Medaillensammlung.

Junioren-Weltmeisterin und U23-Weltmeisterin war sie bereits; die Goldmedaille bei der Elite fehlt noch. Die Solothurnerin hat ihre Jahresplanung voll und ganz auf diese WM ausgerichtet und kennt die Muota in der Zwischenzeit bei jedem Wasserstand und bei jeder Witterung.

Das Ziel sich zu etablieren

Für Nico Meier, den zweiten selektionierten Solothurner, ist es das Ziel sich im Feld der Weltbesten zu etablieren und auch im Sprint die Final-Qualifikation der besten Fünfzehn zu schaffen. Die Resultate der int. WM-Selektionsrennen und der verteidigte Schweizermeistertitel vor zwei Wochen, sollten ihm genug Vertrauen in seine Leistungsfähigkeit gegeben haben, um an der WM seine Bestleistung abrufen zu können.

Robin Häfeli ist der dritte Solothurner, der sich an den Selektionsrennen vor fünf Wochen auf der Muota für die WM qualifizieren konnte. Für ihn sind die Zielsetzungen klar: Der erst siebzehnjährige Polymechaniker, der in der Fraisa eine Sportlerlehre absolviert, soll an der WM auf der Muota möglichst viele Erfahrungen sammeln, um dann im August an der Junioren-WM in Skopje vorne mitreden zu können.

An den Schweizermeisterschaften vor zwei Wochen bewies Robin Häfeli, dass mit ihm zu rechnen sein wird. Er verlor auf den Schweizermeister Nico Meier nur sehr wenig Zeit und konnte sich in der Elite auf dem zweiten Rang klassieren. Er wird versuchen, sich mit einer Topleistung für den Teamevent der schnellsten drei Fahrer pro Nation qualifizieren zu können.

Im Gegensatz zu den anderen Nationen, die teilweise bereits seit mehreren Wochen im Muotatal trainieren, wird das Schweizer Team erst drei Tage vor WM-Beginn anreisen um möglichst ausgeruht am Donnerstag in die Wettkampftage starten zu können.