Ein lapidarer Eintrag in einem Jahresprogramm eines Männerturnvereins, von der Mitgliederversammlung stillschweigend gutgeheissen… 25. April 2019, Fondue-Abend (mit Begleitung), wird nun zum Leben erweckt. Da flattern Einladungen in die Briefkästen, da entstehen Teilnehmerlisten, da werden Käseflocken gemischt und Caquelons spritualisiert. Endlich verheiratet sich der Duft von geschmolzenem Käse mit demjenigen der italienischen Küche im Kreuzliberg, eine eigentlich herrliche Voraussetzung für eine harmonische Ehe. Päuli und Franz Bürgi amten als Trauzeugen am Herd, umringt von zwei, drei rührenden Dienerinnen und der Bräutigam zerschmilzt förmlich. Im Saale bereitet sich die fröhliche Gesellschaft auf den grandiosen Einzug vor, die sprituellen Flammen werden entfacht, die Gabeln gerichtet, das Brot verteilt und dann, endlich… die sämige Masse in den Caquelons zieht unter Jubel und Fanfarenklang ein, 18 Geladene sitzen Spalier und die Zeremonie geht in die finale Phase, dem Eintauchen, Rühren und Verspeisen, inklusive Schwiegermutter notabene.

Wer denkt, zum Fondue gehören Schneetreiben und Eiszapfen, Bieswind und rote Wangen, hat weit gefehlt. Mit Letzterem können wir zwar vorbehaltlos mithalten, sonst halten wir uns aber an eine alte MTV-Regel, welche besagt, dass es mindestens vor den Eisheiligen stattfinden muss. Die Kalte Sophie liegt doch noch in respektabler Ferne und so ist Alles im frühlingshaft grünen Bereich.

Manch einer denkt aber, wenn es den MTV nicht schon seit 134 Jahren gäbe, müsste man ihn sofort erfinden und wenn er nicht schon Mitglied wäre, würde er sich ohne Verzug anmelden. Und übrigens, wir sind auch ein gemischter Chor: "s'Vreneli schnaaget s'Stägeli uuf" haben wir auf sicher im Repertoire…