Judo

Erfolg nach Verletzungspause lässt noch auf sich warten: WM-Kaltstart für Muttenzer Judoka Evelyne Tschopp

In Tashkent läuft es für Evelyne Tschopp nicht wie erhofft - die Chance auf einen Startplatz an den Olympischen Spielen 2020 in Tokyo ist trotzdem noch vorhanden.

Nach ihrer verletzungsbedingten Wettkampfpause wagt sich Evelyne Tschopp an der Weltmeisterschaften in Tokyo zurück auf den Wettkampfplatz. An der WM, wie auch am Grand Prix, muss Tschopp allerdings eine Niederlage hinnehmen.

Ende August wagte sich die Muttenzer Judoka Evelyne Tschopp nach dreimonatiger, verletzungsbedingter Wettkampfpause direkt an die Weltmeisterschaften in Tokyo. Die erste Runde durfte sie mit einem Freilos direkt hinter sich bringen. In der zweiten Runde traf Tschopp auf die Spanierin Estella Lopez-Sheriff.

Die Baselbieterin konnte diesen Kampf mit einem Wazaari für einen Wurf siegreich beenden. In der dritten Runde hiess die Gegnerin Chelsea Giles, eine gross gewachsene Britin, die gegen Tschopp auch schon das bessere Ende für sich behalten konnte. Bereits nach kurzer Kampfzeit gelang Giles ein Wurf, dem ein Festhalter folgte, aus dem sich Tschopp nicht mehr retten konnte.

Leider erreichte die Muttenzer Medizin-Studentin damit die Hoffnungsrunde nicht und schied aus. Der operierte Fuss behinderte die Schweizer Kämpferin aber nicht. Ob die fehlende Wettkampfpraxis eine Rolle spielte, sei dahin gestellt.

Verpasste Möglichkeit in Tashkent

Um dieses Manko an fehlenden Wettkämpfen im letzten Quartal wieder aufzuholen, reiste Tschopp am vergangenen Wochenende an den Grand Prix nach Tashkent. Dieses Turnier ist nicht so stark besetzt wie die WM und die Chancen für Punkte auf das Olympia-Konto standen gut. Als Nummer 1 gesetzt, hatte Tschopp auch in Usbekistan eine Freilosrunde zu Beginn.

In den zweiten Runde stand der Schweizerin aber bereits die Koreanerin Jeong gegenüber, die auch in Rio an der Olympischen Spielen teilgenommen hatte. Sie ist eine schnelle und unangenehme Gegnerin. Der Kampf war ausgeglichen und ganz am Schluss der Kampfzeit konnte Tschopp die Asiatin Ippon werfen – leider zu spät, der Gong war offenbar bereits vor dem Wurfansatz ertönt und die Wertung wurde nicht gegeben.

Der Kampf ging in den Golden Score, wo bereits die erste Wertung den Kampf beendet. In einem unachtsamen Moment erwischte die flinke Koreanerin ihre Gegnerin mit einem Fusswurf und gewann Ippon. Unerwartet früh war damit der Wettkampf für Tschopp beendet; die Koreanerin gewann das Turnier.

Weiterhin gute Chancen

Auch wenn es dieses Mal noch nicht wie gewünscht gelaufen ist, hat Tschopp weiterhin gute Olympia-Chancen für Tokyo im nächsten Sommer. Es stehen noch viele Turniere an bis zum Qualifikationsschluss im Mai 2020 und damit noch einige Möglichkeiten, zu Punkten zu kommen.

Die fünf besten Wettkampfresultate in dieser Qualifikationsphase werden gewertet für die Rekrutierung der besten 18 Kämpferinnen pro Gewichtsklasse. In der ersten Phase letztes Jahr hat Tschopp bereits optimal punkten können.

Die nächsten grossen Turniere in Brasilia und Perth folgen bereits in Kürze und mit der steigenden Wettkampfpraxis und einem schmerzfreien Fuss wird sich der Erfolg auch wieder einstellen.

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