Schon in den ersten Minuten machte sich bemerkbar, was danach während des gesamten Spiels die Problemzone der Solothurner bleiben sollte: Die Abwehr kam gegen die schnellen und wendigen Steffisburger ein ums andere Mal einen Schritt zu spät.

Geschickt kreuzten die Oberländer im Angriff so lange, bis sich in der Defensive der Gäste eine Lücke auftat, was meist auch passierte. War die Verteidigung in der Hinrunde noch das Prunkstück des Solothurner Spiels, hat sie sich in den letzten Spielen zum Sorgenkind von Trainer Marco Kurth entwickelt.

Viele Ausfälle 

Weitere Sorgen waren einmal mehr die vielen Ausfälle. Kreisläufer Nicolo Moggi musste krankheitshalber passen, ebenso der linke Aufbauer Mathias Blaser. Auf der gleichen Position fehlte auch Lucas Rohr, da dieser beim Fanionteam des BSV Bern zum Einsatz kam.

Und nach dem sofortigen Wechsel von Spielmacher Sven Schafroth zum NLA-Verein GC Amicitia und dem Ausfall der Backups Dario Lüthi (Militär) und Andri Tatarinoff (krank) kramte Kurth seine Ausrüstung wieder hervor und spielte selber hinten Mitte.

Kurz kehrt die Hoffnung zurück

Das ganze Spiel lang rannten die Aarestädter einem Rückstand hinterher. Zu Beginn der Partie vermochten sie nach einem Steffisburger Tor jeweils umgehend auszugleichen. Auf Dauer konnte dies jedoch nicht gut gehen, und als ab Mitte der ersten Hälfte die ersten Fehlwürfe der Solothurner kamen, setzte sich das Heimteam langsam aber sicher ab.

Im Angriff machte sich bemerkbar, dass Solothurn bisher noch nicht in dieser Zusammensetzung gespielt hatte, so kam es desöftern vor allem beim Kreisanspiel zu Missverständnissen und Ballverlusten. Das grössere Problem blieb jedoch weiterhin die miserable Abwehr. Fast ungehindert konnten die Berner Oberländer vorne schalten und walten wie es ihnen gefiel.

Völlig glücklos fügten sich auch die beiden Keeper der Ambassadoren in den ungenügenden Abwehrverbund ein. Bis zu vier Treffer betrug die Differenz gegen Ende der Halbzeit. Erst kurz vor dem Pausentee rappelten sich die Gäste noch einmal auf. Dank einem gehaltenen Siebenmeter und drei Treffern in Folge stand es zur Pause lediglich 19:18 für die Gastgeber.

Zurück ins alte Fahrwasser

So gesehen kam die Pause für den TV Solothurn zu einem ungünstigen Zeitpunkt, hatte sich das Team doch gerade mit viel Aufwand wieder ins Spiel gebracht. Nach der Pause hingegen gerieten die Solothurner gleich von Beginn weg wieder unter Druck.

Innert kurzer Zeit war der Aufbruchsgeist der Gäste wieder verflogen und die Differenz wuchs sogar auf fünf Tore an. Trotz des sicheren Vorsprungs liessen sich die Steffisburger aber nicht gehen. Clever spielten sie in der gleichen Manier weiter und erstickten so jegliche Hoffnung auf eine Aufholjagd bereits im Keim.

Bereits einen Tag zuvor hat der punktgleiche Verfolger des TV Solothurn überraschend deutlich verloren. Möhlin ging gegen Altdorf mit 24:38 regelrecht unter. Aus diesem Grund kann sich Solothurn in der Tabelle trotz der Niederlage weiterhin auf Platz drei halten, dank der besseren Tordifferenz. Punktemässig zu den beiden aufgeschlossen haben dank einem Sieg die Kadetten Espoirs.