Die 1. Mannschaft des STV Spreitenbach sichert sich den Ligaerhalt in der Overtime des Entscheidungsspiels. Der Sieg war zwar erzittert, aber absolut verdient. Siegesschütze war Michi Hürlimann – wer sonst? Matchentscheidend war jedoch das bärenstarke Boxplay. Der UHT Semsales hat dem STV Spreitenbach alles abverlangt und darf in naher Zukunft mit einer Relegation in die 1. Liga KF rechnen.

«Nächste Woche seht ihr ein anderes Spreitenbach!» Dieses Versprechen gaben mehrere Spieler des STV Spreitenbach nach dem 7:14-verlorenen und schwachen 1. Spiel der Serie gegen den UHT Semsales zu Protokoll. Und wahrhaftig trat Spreiti am zweiten Wochenende der Playoutserie ganz anders auf, viel entschlossener, als Einheit und mit Spielfreude und Cojones. Das Heimspiel am Samstag vor gut 200 Zuschauern war ein Spiel auf sehr hohem Niveau, mit Chancen hüben wie drüben. Spreiti führte aber die feinere Klinge und führte zur ersten Pause mit 5:4. Im zweiten Drittel verteidigte man noch etwas besser und liess den Gegner laufen. In diesem Drittel war erstmals ein Klassenunterschied zwischen Spreitenbach und Semsales zu sehen, in diesen 20 Minuten hatte Semsales keinen Stich. Die Führung (9:4) für das Heimteam war viel zu knapp. Anfangs drittes Drittel konnte der Vorsprung noch auf 11:4 ausgebaut werden. Ehe dann völlig unverständlicherweise Emotionen aufkeimten und Spreiti kurz den Faden verlor. Etwas, das einem Erstligisten nicht passieren dürfte. Semsales kam innert Kürze auf 11:8 heran. Doch dann spielte Romano Nüesch einen absoluten Zuckerpass und Lukas Zweifel hämmerte das Spielgerät in die Maschen – 12:8. Die Vorentscheidung. Semsales traf dann bei 4-gegen-2 noch zum 12:9, allerdings erst kurz vor Ablauf der Strafe. Das Boxplay der Spreitenbacher war schlicht überragend. Nur 12 Sekunden später kombinierten sich die alten Hasen Hürlimann, Geissmann und Nüesch – Block 1 stand in der Pflicht und hatte mit 9 Toren geliefert! – durch die Semsales-Abwehr und Captain Nüesch stellte auf 13:9, was gleichzeitig das Schlussresultat war. Ein absolut verdienter Sieg für Spreitenbach und der Ausgleich in der Serie.

Spiel 3: Nervenkrimi

Das Momentum lag nun bei Spreitenbach und gleich am darauffolgenden Tag traf man sich in Semsales wieder zum Entscheidungsspiel. Spreiti reiste mit einigen treuen Fans (inklusive Banner und Trommel) nach Semsales und war so richtig heiss auf den Ligaerhalt. Im ersten Drittel hatte Semsales nicht den Hauch einer Chance und Spreiti führte viel zu knapp mit 4:2. Semsales ist und bleibt aber eine Stimmungsmannschaft. Sie steigerten sich im zweiten Abschnitt, spielten sich in einen Rausch und erzielten einige sehenswerte Treffer. Mit einem 6:6 gings in den Schlussabschnitt. Das Spiel wog nun hin und her – 7:6, 7:7, 7:8, 8:8. Und dann der Pfiff, den zu diesem Zeitpunkt niemand hören will: 2-Minuten-Strafe gegen Andy Füglister 1:52 Min. vor Schluss. DIE Chance für Semsales! Das Heimteam zog den Torhüter und zog sein (noch verbesserungswürdiges) 4-gegen-2 auf. Doch halt: Spreitenbach kann Boxplay. Oh ja! Der Schreiberling spielt selber kein Boxplay und behauptet nun einfach mal: Spreiti hat das beste Boxplay der Schweiz. Die Jungs verteidigten mit einer puren Leidenschaft, wie man sie selten gesehen hat. Semsales war zu viert gegen zwei so ziemlich ratlos und hatte Glück, dass Zweifel und Meier mit Distanzschüssen den Empty Netter und Block 1 bei Ballbesitz nach einer herrlichen Kombination die Entscheidung verpassten. Das Horn erklang und dies konnte nur eines bedeuten: Overtime. Da hatte Spreitenbach gute Erinnerungen: Vor zwei Jahren kam es im dritten Spiel gegen Oensingen ebenfalls zur Overtime und «the one and only» Luca Ardüser traf damals ins Netz und sicherte den Ligaerhalt. Ardüser war nicht da, also musste diese Rolle gegen Semsales ein anderer übernehmen. Aber der Reihe nach: 8 Sekunden Boxplay blieben zu spielen. Bully. Spreitenbach darf setzen. Semsales schickt einen Spieler hin, der kein einziges Bully gewonnen hatte an diesem Tag. Lukas Zweifel ist die Entschlossenheit beim Bully förmlich ins Gesicht geschrieben und er gewinnt das Anspiel so was von souverän. Romano Nüesch bekommt den Ball und wird über den Haufen gerannt. Freistoss. So übersteht Spreiti die Strafe und zieht sein Kombinationsspiel auf. Block 1 wird nun natürlich forciert. Semsales scheint nach der verpassten Entscheidung bei 4-gegen-2 moralisch gebrochen. Spreiti aber vergibt die ersten drei oder vier Chancen. Doch nach 3:18 Min. ist es soweit: Topskorer Michi Hürlimann – wer sonst? – läuft den Bogen, schiesst … und der Rest ist Geschichte und kann gerne auf Video angeschaut werden. Spreitenbach schafft das Break und den Ligaerhalt in extremis. Aber absolut verdient. Und vor allem dank dem besten Boxplay der Schweiz. Danke Jungs!

Somit wird Spreitenbach nächste Saison die vierte Saison in der höchsten Kleinfeldliga der Schweiz spielen und das ist durchaus etwas, worauf man stolz sein darf. Nun heisst es aber erstmal: Sommerpause.

Eins muss aber noch gesagt sein: Absolute Weltklasse und herzlichen Dank an alle, die das Team in diesen Playouts und während der ganzen Saison unterstützt haben. Herzlichen Dank an Reto Putzi und Foodbloger Dario, die kaum spielten, aber absolute Teamplayer sind und das Team zu jedem Zeitpunkt gepusht haben. Danke an den Coachingstaff um Headcoach Marco Grubenmann, der auf das richtig schlechte erste Spiel reagierte und das Team zum Ligaerhalt coachte. Danke an Michi Hürlimann, dass du geile Sau das Tor machst in der Overtime. Danke an alle Helfer beim Heimspiel und alle Fans für die saugeile Stimmung im Seefeld (Speziellen Dank an die Jungs vom Uniho Derendingen!). Danke an den Vorstand für die Rückendeckung. Und danke an Teamarzt und Hobbyfotograf Lucas Hodel für die super Bilder und die medizinische Unterstützung. Danke an das ganze Team, jeder hat für diesen Ligaerhalt gekämpft und dafür auch Verzichte im Privatleben auf sich genommen. Danke an den ganzen STV Spreitenbach – der geilste Verein der Welt! Und: Danke an Schiri Giovanni Orlando, der die drei Spiele absolut souverän und ruhig geleitet hat und keinen einzigen groben Fehlentscheid hatte. Sowie danke an den UHT Semsales für eine geile Serie, in der sie Spreitenbach so richtig, richtig gefordert haben. Dieses Team wird früher oder später in die 1. Liga KF aufsteigen. Zu 100%. Danke Semsales und weiter so!

Habe fertig.

*micdrop*

#allizeme

Hier noch eine Repo des Uniho Derendingen – eifach geili Sieche: http://www.uniho.ch/31-uniho-news/300-uniho-inlandreport-vom-30-maerz-2019-in-spreitenbach.html.