Zuchwil

Umweltschutzkommission Zuchwil an der Emme

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Die Umweltschutzkommission (USK) Zuchwil durfte sich in letzte Woche von Roger Dürrenmatt dem Projektleiter vom Amt für Umwelt (AfU) zum aktuellen Stand des fast abgeschlossenen Hochwasser- und Revitalisierungsprojektes an der Emme informieren lassen. In einer spannenden Begehung wurden diverse Aspekte erläutert und diskutiert.

Die neu gestaltete Emme soll bei einem 100-jährigen Hochwasser Schutz bieten und die Gewässerlandschaft für Natur und Mensch aufgewertet werden. Die ehemaligen Deponien (z. Bsp. Rüti Zuchwil) wurden dabei saniert, indem das Material entfernt, zu über 80% recycelt und entsorgt wurde.

Der frühere Zustand mit dem sehr breiten Flussbett und den angrenzenden Auenwäldern im 19. Jahrhundert kann nicht wiederhergestellt werden, da sich das Siedlungsgebiet viel näher ans Wasser verschoben hat. Kein Hochwasser soll diese Siedlungen oder inzwischen errichteten Brücken schädigen. Deshalb wurden Dämme und Inseln in diversen Ausführungen zur Sicherheit und als Habitat für die Tier- und Pflanzenwelt errichtet.

Dabei erkannte die USK, dass viel für die Tier und Pflanzenwelt verbessert und optimiert werden konnte. Im Flussbett oder am Damm verankerte Holz- und Steinstrukturen bieten Wohnraum für Wasserlebewesen und hielten beim Hochwasser vor zwei Wochen (30. August 2020, 300 m3/s, entspricht einem 3-4 jährlichen Hochwasser) Stand.

Die schon an der alten Emme zahlreich vorhandenen invasiven Neophyten sollten dezimiert werden. Diese sind gebietsfremde Pflanzen, welche sich auf Kosten einheimischer Flora ausbreiten. Leider sind viele schon wieder am Wachsen, wie Kanadische Goldruten, Einjähriges Berufkraut, Sommerflieder, Armenische Brombeeren oder schnellwüchsige Robinien, welche aus in der Erde verbleibenden Wurzelresten austreiben. Der Japanknöterich wurde innerhalb des Projektperimeters entfernt und ausserhalb unter einer mindestens 6m dicken Erdschicht unter einem Wurzelstopp-Vlies vergraben. Hoffentlich schafft er es nie mehr an die Oberfläche. Eine externe Firma wird vom Kanton für die Bekämpfung der invasiven Neophyten beauftragt. Die USK wird ebenfalls deren Entwicklung beobachten.

Die neu gestaltete Emmenlandschaft ist sehr attraktiv insbesondere für die Bevölkerung der angrenzenden Gemeinden Zuchwil, Biberist, Luterbach und Derendingen. Die Kiesbänke werden schon jetzt intensiv zur Erholung genutzt. Die neu entstehenden Besucherströme bedürfen nun einer Optimierung um Littering zu minimieren und in gewissen Bereichen der Natur ihre Ruhe zu gewähren. Wir sind gespannt, wie es sich das Gebiet entwickelt. Wird wie geplant die gleiche Menge an Material abgelagert wie weitergeschoben? Wir freuen uns auf eine naturnahe Entwicklung und die Einweihung am kommenden 30. Mai 2021.

Präsidentin der Umweltschutzkommission

Cornelia König Zeltner

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