Alt-Grossrätin Katharina Blickenstorfer berichtete als wahre Powerfrau in der Alten Kirche aus ihrem Leben. Geboren 1934 wuchs sie in Zürich auf. Ihr Vater wurde 1939 in den Aktivdienst eingezogen. Sie erinnere sich noch gut, wie am Sonntagmorgen des 4. März 1945 Bomben auf die Landwirtschaftliche Schule Strickhof in Zürich fielen und es fünf Tote und 15 Verletzte gab. Nicht auszudenken, wenn die Bomben in der vollbesetzten Kirche nebenan explodiert wären.

Katharina Blickenstorfer besuchte nach der Schulzeit die Handelsschule und arbeitete in der Verwaltung der Kreistelefonzentrale. Dort lernte sie ihren Mann Rolf kennen und sie heirateten im Jahre 1961. Die Geburten von Urs und Beat machten das junge Glück perfekt. Ihr Mann wurde Kaufmännischer Leiter bei Huba Control und die Familie zog von Stäfa nach Würenlos.

1979 übernahm sie das Präsidium des ref. Frauenvereins. 20 Jahre war sie in der Altersheimkommission tätig. Als Mitglied des Schweiz. Landesrings wurde sie von der Wettinger Partei auf die Grossratsliste gesetzt und rückte 1979 nach für Toni Käppeli. Die Arbeit im GR bereitete ihr grosse Freude. Es oblagen ihr der Gewässerschutz, Umweltschutz, Geschäftsprüfungskommission, Renovationen historischer Bauten, die Landwirtschaftsschule Liebegg, die Frauenzentrale Aargau und das neue Zivilschutzgesetz.

Als Präsidentin der Bezirkspartei des Landesrings Baden mit 250 Mitgliedern und Einsitz in der europäischen Frauenunion des Europarates war sie voll ausgelastet. Nach acht Jahren im GR trat sie zurück.

Beim Roten Kreuz in Baden amtete sie daraufhin als Geschäftsführerin. Die vielseitigen Aufgaben verstand sie als Dienst an den Menschen und bereiteten ihr grosse Befriedigung.

Mit einem grossen Applaus verdankten die zahlreichen Anwesenden der Referentin ihren sehr beeindruckenden Rückblick aus einem reich erfüllten Leben einer Frau, die sich mit Herzblut in vielen Belangen für unsere Gesellschaft engagierte.

Alexandra Zihlmann