Der jährlich stattfindende Mobilitätssalon wird von EnergieSchweiz für Gemeinden (Programm Energiestadt) getragen. Gastgeber für dessen 5. Durchführung waren die Energiestädte Solothurn und Zuchwil.

Landammann Roland Fürst eröffnete den Mobilitätssalon 2016 im Alten Spital in Solothurn. Er wies in seiner Ansprache auf die nationale Schlüsselstelle des motorisieren Individual- und Güterverkehrs im Gäu hin. Er sprach von „Thrombosen“ die es zu verhindern gilt. Barbara Streit-Kofmel, Vize-Stadtpräsidentin, erklärte, dass Solothurn fast so viele Arbeitsplätze anbietet, wie die Stadt Einwohnerinnen und Einwohner hat. Das dadurch ausgelöste Verkehrsaufkommen gilt es clever und umweltverträglich zu steuern. Hier setzt das Programm so!mobil der Energiestädte und des Kantons Solothurn an. Was in diesem Bereich bereits alles im Kanton Solothurn gemacht wurde und wird, stellten Jeanine Riesen und Doris Häfliger dem nationalen Publikum vor. Die Mobilitätstage oder die Schulwegaktion in Grenchen wurden als aktuelle Beispiele hervorgehoben.

Spannend sind die neuen Möglichkeiten die auf den Markt drängen oder bereits schon da sind. „Catch a Car“ ist die Weiterentwicklung vom Erfolgskonzept Mobility. Die Koordinationsstelle für nachhaltige Mobilität KOMO, unterstützt CO2-einsparende, innovative Verkehrsprojekte. Im Tessin gibt es ein Mobilitätsmanagement für Unternehmen und Areale. In diversen Workshops konnten sich die Teilnehmenden dazu austauschen und zusätzliche Visionen erarbeiten.

Der Nachmittag wurde von Daniel Probst, Direktor der Solothurner Handelskammer eröffnet. Er veranschaulichte die zentrale Lage des Kantons Solothurn im Fadenkreuz der Nord-Süd – und Ost-West-Achsen. Dieser attraktive Standortvorteil muss den ständig zunehmenden Verkehr bewältigen können. Fabian Scherer Projektleiter Nachhaltigkeit der SBB konnte als Diskussionsbasis die „Mobitool-Plattform“ anbieten. Diese Plattform bietet verschiede Werkzeuge an, welche das nachhaltige Mobilitätsmanagement vereinfachen und /oder erst gar ermöglichen. Die Faktorendatenbank wurde um neue Auswertungsmethoden und viele neue Verkehrsträger erweitert und ermöglicht so eine optimale Vergleichsmöglichkeit punkto Umweltbeurteilung untereinander.

In die Zukunft blickte Jörg Beckmann von der Mobilitätsakademie. Mobilität 4.0 wird ein tiefgreifender Wandel des Gesamtmobiltätssystems in den Industrienationen sein. So erscheint das morgige Motorfahrzeug als ein halb- oder vollautomatischer „Travel-Pod“ der sich autonom, also lenker(innen)los durch den Alltagsverkehr bewegt. Nahezu 90% aller privaten Fahrzeuge könnten durch ein autonomes Auto ersetzt werden. Autos per App anfordern, das soll Alltag werden. Autonome Autos fahren 23 Stunden anstatt zu stehen – weniger Autos, dafür mehr Freiräume. Unbestritten ist, dass jenseits dieser Heilsversprechen die Verkehrswelt in Zukunft einer Neuordnung unterworfen sein wird.

In Fokusgruppen und in der abschliessenden Podiumsdiskussion, konnten sich die Teilnehmenden nochmals intensiv mit den Nachmittagsthemen auseinandersetzen und eigene Sichtweisen und Visionen einbringen. Vertreten waren die Energiestädte Zuchwil durch Gemeindepräsident Stefan Hug und Solothurn durch Vize-Gemeindepräsidentin Barbara Streit-Kofmel. Einen humorvollen musikalischen Abschluss der gelungenen Veranstaltung bot der Troubadour Andreas Fröhlich.