Wie bei allen Vorlagen gibt es pro und kontra und man sucht Bewertungskriterien um für sich zu einer Entscheidung zu kommen. Als einer der diesem Projekt etwas kritischer gegenüber steht, habe ich ein paar Fragen zum Kreditbegehren. Herzlichen Dank für Antworten.

In der Informationsbroschüre des Gemeinderates zum Kreditbegehren Schulhaus Risiacher steht, dass bei Schulneubauten Erstellungskosten um Fr. 4'000.- pro m2 Geschossfläche üblich seien.

Frage 1:      Woher stammt diese Zahl? Quelle?
                   Plausibilisierung?

Das Büro für Bauökonomie AG in Luzern, nennt für Volksschulen - auf der Basis nach SIA 116 / 416 - eine Kennzahl von Fr. 2‘300.- pro m2 Geschossfläche?
http://www.svkg.ch/Flachen_und_Volumen_nach_SIA416_WalterGraf.pdf

Frage 2:      Wie ist dieser grosse Unterschied Fr. 4'000.- zu Fr. 2'300.- pro m2 Geschossfläche zu erklären?

Das Raumprogramm wurde im Gesamtleistungswettbewerb, von der beauftragten Firma arc Consulting aus Zürich, mit einer Geschossfläche von total 2988 m2 definiert. Dies entspricht auch der Empfehlung des Kantons. Darin sind für 16 Abteilungen neben Klassen-, Gruppen- und Besprechungszimmer auch die zusätzlichen Räume für Werken, Singen, Küche, Bibliothek, Lehrerzimmer, Schulsozialarbeit, Schulsekretariat, Schulleitung, Aula, Infrastrukturräume, WC, Materialräume, u.a.m. enthalten.
https://www.ag.ch/media/kanton_aargau/bks/dokumente_1/volksschule_kindergarten/schulstruktur_schulorganisation/BKSVS_Empfehlungen_Schulraeume.pdfhttps://www.schulenaargau.ch/kanton/Dokumente_offen/Handreichung_Schulraum%20F%C3%A4cher%20NT%2c%20WAH%2c%20TTG_def.pdf

Frage 3:      Warum benötigt das vorliegende Risiacher-Neubauprojekt, entgegen der Empfehlung des Kantons und auch des vorliegenden Raumprogrammes der arc Consulting, mit der geplanten Geschossfläche von 4986 m2 rund 2000 m2 mehr?

Als vor ein paar Jahren der Kindergarten Rösslimatt gebaut wurde, hatte man von Kosten pro m3 gesprochen; auch auf der Basis der SIA-Norm. Auch damals wurde seitens Gemeinderat erwähnt, dass der Kindergarten mit rund Fr. 750.- pro m3 dem Üblichen entspreche. Bereits damals gab es aber veröffentlichte Zahlenwerte vom Büro für Bauökonomie AG. Diese lagen schon damals für Mittelschulen mit Fr. 620.- pro m3 und für Volksschulen mit Fr. 580.- pro m3 weit unter dem schlussendlich realisierten Bau.

Im vorliegenden Projekt mit den 4986 m2 und einer angenommenen Raumhöhe von 3 m ergibt die rund 15'000 m3. Dies ergibt Erstellungskosten von Fr.1‘266.- pro m3.

Frage 4:      Warum liegen diese Kosten sage und schreibe mehr als das Doppelte über den vom Büro für Bauökonomie AG genannten Werten?

Weiter werden in der Informationsbroschüre die jährlichen Betriebskosten (Unterhalt, Verzinsung und Abschreibung) mit einem Total von rund 1,2 Mio. Franken aufgeführt.

Frage 5:      Wie hoch sind diese Kosten beim bestehenden Schulhaus mit 12 Abteilungen?

Frage 6:      Welche praktikablen Alternativen hat der Gemeinderat, im Falle einer Ablehnung des 19 Mio. Franken teuren Kreditbegehrens, in Betracht gezogen?