„Sich mit dem eigenen Sterben zu befassen, geht im Dialog oft besser“, sagt Bernadette Bläsi aus Bellach, die neu als freiwillige Beraterin für die Patientenverfügung (PV) SRK beim Schweizerischen Roten Kreuz (SRK) Kanton Solothurn tätig ist.

 Frau Bläsi war über 40 Jahre als Pflegefachfrau im Spital und als Berufsschullehrerin in der Pflegeausbildung tätig. Nun hat sie sich entschieden, diesen reichen Erfahrungsschatz als freiwillige Mitarbeiterin für das SRK Kanton Solothurn einzusetzen. „Ich wurde in meinem Berufsleben oft mit Leid, Schmerz und Tod konfrontiert und erlebte, wie Betroffene und Angehörige sich um ein würdevolles Sterben sorgen. Doch viele sind damit überfordert, die letzten Wünsche ans Leben und Sterben selbstständig zu formulieren. Das führt dazu, dass dieses Thema immer wieder vor sich hergeschoben wird, in der Hoffnung, dass sich das Sterben selber regeln wird. Dank meiner beruflichen Erfahrungen fühle ich mich in der Lage, Menschen beim Erstellen ihrer persönlichen Patientenverfügung zu beraten und zu unterstützen.“ Im Ausbildungskurs für Beraterinnen der Patientenverfügung SRK hat Frau Bläsi in den letzten Wochen das nötige Rüstzeug für diese anspruchsvolle Aufgabe erhalten.

In einer PV wird der eigene Wille bezüglich medizinischer Behandlung schriftlich festgehalten. Damit haben Sie die Gewissheit haben, dass Ihr Wille auch dann respektiert wird, wenn Sie sich nicht mehr äussern können; sei dies aufgrund eines Unfalls oder einer schweren Krankheit. Das Ausfüllen einer PV ist keine leichte Aufgabe, daher bietet das SRK Kanton Solothurn persönliche Beratungen an. Denn nur wenn die Verfügung aussagekräftig ist, kann sie dem medizinischen Fachpersonal wie auch den Angehörigen schwierige Entscheidungen erleichtern.

Wie wichtig eine Patientenverfügung sein kann, erlebte Frau Bläsi in ihrem Berufsalltag oft: „Für die Angehörigen ist es eine sehr grosse Verantwortung, über die medizinische Behandlung ihrer Nächsten entscheiden zu müssen oder eine lebenserhaltende Massnahme gegebenenfalls auch abzubrechen. Die PV SRK gibt Sicherheit, im Sinne des Betroffenen zu handeln.“ Wichtig ist, dass die Patientenverfügung im Ernstfall auch auffindbar ist. Das rote Kreuz bietet die Möglichkeit, die Verfügung in der Hinterlegungsstelle des SRK aufzubewahren. Medizinische Fachpersonen können sie dort jederzeit anfordern – an 365 Tagen während 24 Stunden.

Und was liegt Bernadette Bläsi bei ihrer Tätigkeit als Beraterin besonders am Herzen? „Es ist mir wichtig, dass die Beratung jedem einzelnen Menschen angepasst, behutsam und in einem sicheren Rahmen verläuft. Das Gespräch über das Sterben, den Tod und die eigenen Vorstellungen muss aber auch innerhalb der Familie geführt werden und sollte kein Tabu sein.“

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