Olten

Müll gehört nicht in die Natur!

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Jagleiter Bruno Fürst (rechts) gibt die letzten Anweisungen, bevor die Säuberung beginnt.

Jagleiter Bruno Fürst (rechts) gibt die letzten Anweisungen, bevor die Säuberung beginnt.

Hegering Olten-Gösgen-Gäu Der Jagdverein St. Stephan beseitigt in ihrem Revier die Strassenränder vom Abfall

Der Wald ist der Lebensraum vieler Tiere und dies sollte eigentlich auch respektiert werden. Jede Art von Müll, der von Menschen im Wald hinterlassen wird, kann die Tierwelt und ihren Lebensraum schädigen. Das ist auch der Grund dafür, dass der Jagdverein St. Stephan (Neuendorf/Wolfwil) jeweils im Frühjahr, entlang der vier Kantonsstrassen und einer Gemeindestrasse die ihr Revier durchqueren vom angesammelten Müll befreien.

Metallabfälle schlimm für Tiere

Müll gehört definitiv nicht in die Natur und führt zu grossen Problemen. Eines der Probleme sind Metalldosen, die oft während der Fahrt einfach aus dem Auto geworfen werden. Reh, Fuchs und andere Wildtiere können sich an ihnen erheblich verletzen und in der Folge möglicherweise an einer Infektion sterben. Auch die Landwirtschaft kennt dieses Problem. Wegen Metallteilen die beim Fressen in den Magen gelangen, verenden immer wieder Kühe. Der Bauer Stefan Kissling aus Rickenbach kann davon erzählen, fand er doch aus diesem Grund kürzlich seine Mutterkuh «Omega» am Morgen Tod im Stall.

Ein Weiteres und auch weltweites Problem, sind Plastikabfälle. Plastik lässt sich mittlerweile von Ackerböden über Gewässer bis in die Tiefsee und sogar bis ins arktische Eis nachweisen. Tiere können sich in den Plastikteilen verheddern oder halten sie irrtümlicherweise für Nahrung, die sie nicht verdauen können. Kürzlich wurde in Arosa einem Hirsch sechs Kilo Plastik aus seinem Magen entnommen!

Roberto Misteli, Jäger beim Jagdverein St. Stephan, erklärt: «Das Schlimmste an der Sache ist, wo schon Abfall liegt, kommt oftmals noch weiterer hinzu: Verpackungen, Plastikkanister, Flaschen, Dosen, Taschentücher. Einfach kein schöner Anblick!»

Zusätzlich Probleme machen aber auch die deponierten Gartenabfälle mit Pflanzen, die nicht in unsere Lebensräume gehören. Diese Pflanzen, Neophyten genannt, breiten sich in der Folge, zum Nachteil der heimischen Pflanzen, häufig aggressiv aus. Das Indische Springkraut, der Japanische Staudenknöterich oder die Herkulesstaude sind einige Beispiele dafür. Die aufwendige Bekämpfung dieser Pflanzen führt in der Folge zu hohen Kosten bei den Forstbetrieben.

Eines steht aber auch fest: Die wilden Entsorgungen sind keine Kavaliersdelikte. Seit 2010 besteht im Kanton Solothurn eine Gesetzesgrundlage um Ordnungsbussen bis zu Fr. 250 auszusprechen.

Erneuerung Fallwildschutz

Wenn schon die Strassen abgesucht werden, so kann man gleich auch etwas gegen die Wildunfälle tun. Die Jagdgesellschaft St. Stephan hat da gute Erfahrungen mit dem Aufhängen von den silbrigen Cds entlang den Strassenrändern gemacht. Jagdleiter Bruno Fürst erklärt dazu:« Meiner Meinung nach ist das eine einfache, kostengünstige und auch wirksame Methode um Wildunfälle verhindern zu können. Die Cds reflektieren das Sonnen- oder Scheinwerferlicht und veranlassen so das Wild, vorsichtiger die Strasse zu Überqueren.»

Am Schluss danke Roland Flury, Präsident der Jagdgesellschaft St. Stephan, den neun Jäger und den drei Treiber für ihren Einsatz in Sachen Hegearbeit und lud sie zum verdienten Mittagessen ein, wo danach auch die Geselligkeit nicht zu kurz kam.

Roland Büttiker

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