Stüsslingen

Mit Blinden und Sehbehinderten auf Segeltörn

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Zusammen mit Blinden und Sehbehinderten ein Schiff bewegen. Eine tolle Erfahrung.

Gruppenbild auf dem stolzen Dreimaster

Zusammen mit Blinden und Sehbehinderten ein Schiff bewegen. Eine tolle Erfahrung.

Es ist 62 Meter lang, hat 5 Segel mit einer Fläche von insgesamt 650 m2, besitzt einen schönen Aufenthaltsraum, geräumige Kabinen und eine Bar mit zwei goldenen Bierhähnen. Die Rede ist von einem eindrucksvollen 3-Mastschiff im holländischen IJsselmeer. "Das Märchen von Friesland", so der in Deutsch übersetzte Name des Seglers. Nicht, dass nur die Bierhähne den Seebären märchenhaft vorgekommen wären; es war vor allem die tolle Stimmung unter den Teilnehmenden und Crewmitgliedern. Der Organisator Aldo Botta aus Stüsslingen machte sich mit 28 Seebären und -bärinnen auf den Weg, dieses stolze Schiff zu bewegen. Die Schiffsreise begann nach einer sicheren Carfahrt mit Chauffeur Kurt Stutz in Enkhuizen, wo die Gruppe von Skipper Joris und Maat Hielke empfangen wurde. Besonders begrüsst wurden die blinden und sehbehinderten Passagiere, welche bereits zum zweiten Mal mit von der Partie waren. Da Regen und Sturmprognosen herrschten, blieb das Segelschiff vorerst im Hafen. Zeit, um das schöne Städtchen zu erkunden und den obligaten Einkauf mit Chef Smutje Ewald Frey zu tätigen. Nach einem weiteren Tag im Hafen wurden die Seebären und -bärinnen mit Segelwetter beohnt. Mit guten Winden gingen die weiteren Fahrten nach Harlingen, Lemmer und Lelystad, wo dei Batavia, ein Nachbau des niederländischen Schiffs, das 1629 vor der Küste Australiens auf ein Riff lief, bestaunt werden konnte. An diesem Abend zauberten die Schiffsköche Ewald, Paul und Bernd das bereits legendäre Fondue auf den Tisch. Der vom Skipper so genannte Schweizer "Käsebrei" mundete allen hervorragend und gab Kraft für kommende Aktivitäten. Mit viel Elan gingen die Teilnehmenden aus dem Thal-Gäu und den Kantonen Solothurn, Aargau, Thurgau, Nidwalden, Baselland und Bern an die Arbeit und zogen nach Anweisungen des Maats an den Seilen, drehten an der Kurbel, befestigten Fender und packten abends die Segel wieder ein. Es entwickelte sich eine tolle Gemeindschaft zwischen den Sehenden und den Blinden und Sehbehinderten. "Eine Win-Win-Situation" stellte Chef-Seebär Botta fesst. Diese Einschätzung wurde von den Teilnehmenden geteilt.

Veronika Sigrist

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