Spreitenbach

Ich lade gern mir Gäste ein - ein bunter Strauss an Melodien

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Boyan Kirilov Kolarov Lex Solomon Gordana Kekenovska-Kolarova

Applaus mit Blumen

Boyan Kirilov Kolarov Lex Solomon Gordana Kekenovska-Kolarova

«Ich lade gern mir Gäste ein», so begrüsste ein junggebliebener Prinz Orlowsky alias Lex Solomon in der Aula des Zentraltrakts sein Publikum. Trotz strömenden Regens waren sie aus allen Richtungen der Schweiz nach Spreitenbach angereist, um dem Gesang dieses versierten Tenors zu lauschen. Begleitet wurde Solomon, der mit bürgerlichen Namen Hoffmann heisst und hiermit offiziell seinen neuen Künstlernamen ankündigte, in Anlehnung seines Urgrossvaters Solomon aus dem vereinigten Königreich, von keinem geringeren als Boyan Kirilov Kolarov. Er ist ein begnadeter Pianist, der es versteht, die Menschen mit seiner Fingerfertigkeit zu fesseln und es wie kein anderer schafft, spannende Geschichten und beinahe sphärische Töne aus den Tasten zu kitzeln.

Das Programm war sechs starken Damen gewidmet, die den Sänger sein ganzes Leben lang geprägt und unterstützt haben. Der Künstler war denn auch ergriffen, als er ihre Namen in Dankbarkeit erwähnte. Natürlich bedankte er sich auch bei seiner Familie, die ihm auf seinem künstlerischen Weg unterstützt.

Im ersten Teil hörte man den altitalienischen Klassiker «Caro mio ben», den Opernklassiker «Vater, Mutter, Schwestern, Brüder» aus Undine und das emotionsvolle Wolgalied aus dem Zarewitsch. Boyan Kirilov Kolarov verzauberte die Anwesenden mit einer ergreifenden Interpretation der Romanze von Schostakowitsch. Einen alten Wiener Klassiker «Der Briefträger Gsieberl» entlockte so manchem der Gäste ein Lächeln und man konnte sich ab und zu die Tränen nicht verkneifen. Solomon interpretierte den alternden Pöstler und seine Geschichte mit viel Charme und Emotionen. Im Anschluss überraschte Solomon die Anwesenden mit einer frischen Darstellung des Publikumslieblings Papageno, dem Vogelfänger aus Mozarts Zauberflöte. Sogar eine echte Papageno-Flöte hat er organisiert, was dem Ganzen noch mehr Schalk und Authentizität verlieh. Gross war die Überraschung, als der Sänger das Duett «Pa, Pa, Pa» anstimmte und sich daraufhin wie aus dem nichts die Koloratursopranistin Gordana Kekenovska-Kolarova (die Ehefrau des Pianisten) aus dem Publikum erhob und mit Solomon das Duett frech und spitzig darbot. Der Applaus war denn auch entsprechend verdient.

Nach der Pause ging es mit dem Genre Musical und Evergreen weiter. Gekonnt entführte Solomon die Zuhörerinnen und Zuhörer mit viel Komik mit dem Lied «Willkommen» aus dem Klassiker Cabaret in die Welt des Showbusiness. Ernster wurde es danach mit Sondheims «Send in the Clowns», das wiederum viele Tränen auslöste. Ein Lied mit Tiefgang, das der Tenor mit viel Herz interpretierte. Eine weitere Entdeckung war das berühmte Lied «Reality» des Filmklassikers La Boum und der Musik von Vladimir Cosma. Das Stück war Solomon wie auf den Leib geschrieben. Manch einer verfolgte die Ausführungen des Tenors, als er den Hintergrund des Lieds «Somewhere over the rainbow» mit grossem Interesse und entsprechender Spannung. Gross war die Faszination, als man erfuhr, dass das erwähnte Lied ursprünglich nicht für das Land Oz geschrieben worden war, sondern für den Staat Israel.

Vom liturgischen Stück «Adon Olam» gibt es unzählige Versionen. Die vorgetragene zog die Menschen im Raum in ihren Bann und man hätte noch lange zuhören können.

Der Sänger rezitierte mit viel Herzblut das deutsche Gedicht damit die Leute im Raum in die Welt des Lieds abtauchen konnte Jeruschalajim Shel Sahaw.

Das Publikum quittierte dieses abwechslungsreiche Programm mit langanhaltendem Applaus. Als Weltpremiere kündigte Solomon für eine weitere Überraschung, da er es endlich wagte und seine Counter Tenorstimme im Duett «Barcarole» zusammen mit Gordana Kekenovska-Kolarova unter Beweis zu stellen. Das Publikum war restlos begeistert. Aufgrund des grossen Erfolgs wird dieses Konzert am 3. November 2019 in Spreitenbach in der Aula Glattler um 17.00 Uhr nochmals präsentiert.  

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