Lengnau (BE)

Generalversammlung des Handwerker und Gewerbevereins

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Fast in Rekordzeit konnte Präsident Bruno Stauffer die Generalversammlung des Handwerker und Gewerbevereins Lengnau, Pieterlen, Meinisberg abwickeln. In seinem Jahresrückblick erinnerte er noch einmal an die wichtigsten und gut besuchten Anlässe im vergangenen Jahr. Zum Beispiel an den Besuch im Flughafen Grenchen unter dem Titel «Warum fliegt ein Flugzeug», an den gelungenen Ausflug zum Tropenhaus Frutigen mit der eindrücklichen Kaviar-Produktion und dem exotischen Früchtepark oder an das immer beliebte Treberwurstessen in Twann. Kassier Olivier Carrel konnte die Jahresrechnung mit einem Gewinn von gegen 500 Franken vorstellen. Diese wurde einstimmig genehmigt, ebenso das Budget und die gleichbleibenden Mitgliederbeiträge. Turnusgemäss wurden die Sekretärin Marianne Miguel und Beisitzer Peter Calvo wiedergewählt. Ben Bonauer von der abc Armstrong & Bonauer Consulting hat die Vereinshomepage aufgerüstet und stellte sie der Versammlung vor (www.hgvlpm.ch). Dem Tätigkeitsprogramm ist zu entnehmen, dass am 5. Juni der Wurzelweg in Lengnau abgewandert wird und Ende August an einem Samstag ein Halbtagesausflug in den Schwarzwald vorgesehen ist. Das traditionelle Treberwurstessen findet am 18. Januar 2014 statt. Grossrat Adrian Kneubühler, der sich als Kandidat für das Regierungsstatthalteramt vorstellen wollte, musste krankheitshalber kurzfristig absagen. So konnten nach der kurzen Versammlung und vor dem guten und speditiv servierten Nachtessen im Restaurant Autogrill Pieterlen die angekündigten drei Kurzfilme über die drei Vereinsgemeinden durch den Filmclub Büren vorgezogen werden.

Unter dem Titel «160 mal Bahnübergang Pieterlen» dokumentierte der leider zu früh verstorbene ehemalige Bauverwalter von Pieterlen, Fitz Marti, den Weg vom Bahnübergang bei der Station zur Ueberführung im Osten des Dorfes. Der Bahnübergang mit Schranken entstand nach dem Bau und der Inbetriebname der Strecke Solothurn-Biel der Centralbahn im Jahre 1902. 1920 bis 1922 wurde die Doppelspur gebaut. Fritz Marti zeigte auf, dass in 24 Stunden 220 Züge durch den Bahnhof Pieterlen fuhren und – darum der Filmtitel – 160 mal die Barriere an der Strasse von Pieterlen durch das Ziegeleiareal nach Lengnau geschlossen wurde, was zu immer grösseren Staus führte. Mitte der Siebzigerjahre wurde das Projekt Strassenüberführung gestartet und am 19. Mai 1980 konnte die überführung eingeweiht und anschliessend die Barriere abgebaut und der übergang geschlossen werden. Alles von Fritz Marti in aufschlussreichen Szenen dargestellt. «Menschen und Jahreszeiten in Lengnau» hiess der zweite Film, aufgenommen und kommentiert vom 1914 geborenen ehemaligen Décolleteur Fritz Abrecht. In eindrücklichen Schwarz-Weiss-Aufnahmen sah man im Frühling und Sommer das Pflügen und Eggen mit Pferden oder Stieren, das Mähen mit der Sense, das Heuen mit Zetteln und Rechen von Hand, das Aufladen und Heimfahren der grossen Fuder, die ersten Zettelmaschinen und das Einbringen des Getreides mit den auf dem Feld gebundenen Garben. Im Herbst das Ablesen des Obstes von den Hochstammbäumen und das Einbringen der Kartoffeln. Der Winter brachte in den früheren Jahren viel Schnee, davon zeugten die Skifahrer (in Knickerbockern!) am Rebhang und im Grot und sogar waghalsige Bobfahrten. Fritz Abrecht zeigte in seinen nostalgischen Filmausschnitten auch Aufnahmen von früheren (und teilweise heute nicht mehr existierenden) Uhrenfirmen, die Uhrenmontage von Hand und Décolletagemaschinen mit Riemenantrieb. Eine sehenswerte Dokumentation über das Leben und Wirken im vorigen Jahrhundert. Meinisberg wurde in einem Streifzug vom ehemaligen Regierungsstatthalter Hermann Stettler auf originelle Art kurz vorgestellt. Eine junge Frau aus Burgdorf kam mit dem Velosolex in die Gemeinde, in der ihre Grosseltern leben. In abwechslungsreichen Bildern wurde der 565 Meter hohe Büttenberg mit Campingplatz und Schwimmbad, das Häftli und die alte Aare besucht. Auf ihrer Fahrt kam die Enkelin auch am ehemaligen Bahnhof vorbei, der Endstation der ab 1913 als Dampfbetrieb und ab 1926 elektrisch geführten Biel-Meinisberg-Bahn, die 1940 vom Autobusbetrieb abgelöst wurde. Eine kurzweilige Art von Hermann Stettler, das Strassendorf am Fuss des Büttenbergs vorzustellen.

Die Auflockerung der Generalversammlung durch die drei Kurzfilme fand grossen Anklang und viel Applaus. Präsident Bruno Stauffer ist damit eine tolle überraschung und ein grosser Wurf gelungen. (egl)

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