Gebenstorf

Für eine intakte Dorfgemeinschaft!

megaphoneLeserbeitrag aus GebenstorfGebenstorf

Die Gemeinde Gebenstorf zählt gut 5600 Einwohner mit rund 70 aktiven Vereinen. Eine gute Ausgangslage für eine intakte Dorfgemeinschaft. Bekanntlich verschaffen Vereine Neuzuzügern den schnellen und unkomplizierten Zugang zum Dorfleben, zu sozialen Kontakten, und übernehmen darüber hinaus dauerhaft eine wichtige Funktion als «Kittmasse» einer funktionierenden und aktiven Dorfgemeinschaft. Nun aber droht Ungemach.

Zwar lese ich in einem Artikel der Rundschau «Cherne: neue Pächter gesucht» vom 9. Januar 2020 zu meiner grossen Freude, Originalzitat: «Die Gemeinde möchte das Restaurant künftig noch mehr nutzen: «Wir würden gerne noch intensiver mit dem ‹Cherne› zusammenarbeiten», erklärt Ammann Fabian Keller. Dank der zentralen Lage am Cherneplatz mitten im Dorf und den darüber liegenden Alterswohnungen sowie dem Saal, der über eine gute Grösse verfüge, sei das Restaurant prädestiniert für Anlässe, findet Gemeindeammann Keller.»

In den amtlichen Nachrichten vom 10. September 2020 deutet sich dann aber eine ganz andere Entwicklung an. Im Rahmen der Sanierung des Restaurant Cherne wird der Gemeinderat an der nächsten Gemeindeversammlung einen Kredit von 900'000 Franken beantragen. Gut und recht. Nun aber lese ich weiter: «Der bestehende Restaurantraum mit Buffet und dem angrenzenden Saal wird an die heutigen Anforderungen angepasst. Der Saal wird zum neuen Eingangsbereich mit Buffet und Bistro umfunktioniert.» Für die Vereine entfällt damit, ganz im Widerspruch zu den im Artikel vom 9. Januar 2020 durch Gemeindeamman Fabian Keller geäusserten Absichtserklärungen, das Säli. Der Ort also, wo viele Vereine nach ihren Proben oder Zusammenkünften das gesellige Beisammensein praktizieren konnten, oder wo sie ihre Versammlungen abhielten, fällt damit weg. Man hört zwar, dass ihnen Raum in anderen Gebäuden der Gemeinde zugedacht wird. Das aber kann keine zufriedenstellende Lösung sein, weil es die Vereine zwingen würde, einen Catering-Dienst zu engagieren oder Speis und Trank selber mitzunehmen. Damit wird ein Lebensnerv der Vereine empfindlich getroffen, die Momente des Beisammenseins werden mit Sicherheit abnehmen.

Deshalb orientiere ich mich weiterhin an der ersten Aussage des Gemeindeammanns und nehme ihn beim Wort, wonach das Restaurant Cherne weiterhin für Anlässe prädestiniert sein müsse – sowieso nun, dass es unter der Regie der Gemeinde steht. Was wir jetzt brauchen ist in der Tat ein Entscheid zugunsten einer intakten Dorfgemeinschaft!

Markus Scheidegger, Gebenstorf

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