Grenchen

Der Vogel- und Naturschutz pflanzt Wildbirnen

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Die Wildbirne ist eine alte, selten gewordene Birnbaumart, die jedoch nicht als besonders schützenswert eingestuft ist. Auf den Jurahöhen oberhalb Romont steht die grösste Wildbirnenpopulation der Schweiz mit 86 Bäumen. Zehn Mitglieder und Freunde des Vereins Vogel- und Naturschutz Grenchen (VNSG) zogen letzten Samstag aus, um diesen Rekord zu erhöhen. Der Verein Wildbiss lieferte 30 Bäumchen, die es zu pflanzen galt. Wildbiss hatte die etwa dreijährigen Schösslinge aus Samen von hiesigen Früchten gezogen. Zudem übergab der Verein drei aufgepfropfte Exemplare als Geschenk für die Bourgeoisie de Romont als Landeigentümerin und den VNSG. Diese Exemplare sollen die perfekte Wildbirne hervorbringen.

Voller Tatendrang hoben die Naturfreunde Löcher aus, um die etwa einen halben Meter hohen Pflanzen hineinzusetzen. Immer in Grüppchen zu drei oder vier Bäumchen. Diese Arbeit ging relativ einfach vonstatten. Schwieriger war es, die Akazienpfähle für die Umzäunung in den Boden zu schlagen. Dazu wurde eine 30 Kilogramm schwere Rammglocke verwendet. Zwei starke Männer hoben das Gerät über die Pflöcke und liessen es wiederholt niedersausen. Ihr Eigengewicht rammte die Pfosten Zentimeter um Zentimeter in den Boden.

Eigentlich könnte man erwarten, dass die vorhandenen Bäume selber für ihre Vermehrung sorgen würden. Doch die Schösslinge haben keine Chance, sich gegen den Verbiss des weidenden Viehs zu wehren. Deshalb wurden die Baumgruppen mit Stacheldraht umzäunt. Der lokale Förster rechnet damit, dass auch so nur etwa jeder vierte Baum überleben wird.

Auf die Ernte werden die Helfer und Helferinnen lange warten müssen. So kann es bis zu 15 Jahre dauern, bis die Bäume die ersten Früchte hervorbringen. Bestimmt wird jedoch das eine oder andere Vereinsmitglied auf einem Spaziergang im wunderschönen Jura nachschauen, wie die Bäumchen gedeihen.

Marlene Sedlacek

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