Die Lenzburger Berufsschulklasse 2cSAI (Sanitärinstallateure) trifft sich mit ihrem Allgemeinbildungs- und Fachkundelehrer statt im Schulhaus am Bahnhof Olten. Von da aus nehmen wir den Bus in Richtung Trimbach, wo sich die Armaturenfabrik, das Zentrallager, das Kundenhaus Optinauta und die Rotgussgiesserei befindet. Grosszügig werden wir von der Firma Nussbaum mit einem feinen Frühstück empfangen. Danach geht es in das Besprechungszimmer, wo man uns erzählt, wie der Tagesablauf gestaltet wird.

Als erstes wird uns die Firma Nussbaum vorgestellt. Die Firma Nussbaum wurde 1903 von dem Ehepaar Marie und Rudolf Nussbaum-Bürgi gegründet. Vom normalen Auslaufhahn bis zu Herdknöpfen aus Messing fand damals ein Installateur alles bei dieser Firma. Die Firma ist noch heute ein Familienbetrieb, obwohl sie 17 Standorte, ca. 430 Mitarbeiter und dazu noch 30 auszubildende Lernende haben. Inzwischen leitet die 4. Generation die Firma Nussbaum und sie läuft nach wie vor sehr gut. Die Klasse staunt, als man erfährt, dass die Firma allein im Jahr 2018 einen Umsatz von 190 Millionen Schweizer Franken macht und vom Gewinn jedes Jahr 15% in die Zukunft investieren.

Nach der theoretischen Einstiegsrunde werden wir in zwei Gruppen aufgeteilt. Als erstes werden unserer Truppe Rohre und Fittinge gezeigt, wie man sie auf dem Bau richtig verwendet, welches Rohr man für welche Materien benötigt, wie man sie fehlerfrei verarbeitet und noch vieles mehr. Grundsätzlich wusste die Klasse schon vieles, trotzdem konnten wir alle noch etwas dazu lernen. Das Optivis-System, ein praktisches und flexibles Vorwandsystem für die einfache Baumontage, durfte man gleich vor Ort testen und sich gegenseitig in einem spielerischen Wettkampf messen. Nach einer kleinen Znünipause geht es in die zweite Runde. Hier erfahren wir mehr über Druckverlust, Armaturen, Rückflussverhinderung, Reglemente und die Dichtheitsprüfung. Man musste sehr aufmerksam zuhören, denn es gab viele Informationen. Die Zeit vergeht sehr schnell und schon bald ist Mittagszeit. Nach dem feinen Essen geht es am Nachmittag weiter in die Produktionshalle, in das vollautomatisierte Zentrallager und in die Werkstatt. Und erst da merkt man, wie aufwendig es eigentlich ist, um einzelne Armaturen herzustellen. Hier dürfen wir keine Fotos machen, da es aus Spionagegründen verboten ist. Zum Schluss löst die Klasse noch einige Aufgaben, bei den theoretischen Berechnungen kann jeder sein Wissen testen. Auch darf man den Spezialisten der Firma bei Unklarheiten Fragen stellen, so dass niemand mit einem Fragezeichnen nach Hause muss.

Vor der Verabschiedung erhält jeder aus der Klasse als Präsent einen Plastiksack voller Prospekte, einen Doppelmeter, Stifte, Notizblock und einem richtigen Schweizer Sackmesser. Es ist ein gelungener Ausflug, der uns alle aus dem Schulzimmer in die praktische Herstellung und den Umgang von alltäglichem Material eines Sanitärinstallateurs führte. Als Auftrag müssen wir zu Hause einen Bericht für die Allgemeinbildung verfassen, welcher benotet und vielleicht auch als Zeitungsbericht veröffentlicht wird.