Die Affiche war speziell und spannend: Nur einen Tag nach der verlorenen Volksabstimmung über das städtische Budget 2019 stellten sich die beiden Oltner Stadträtinnen Marion Rauber (Direktion Soziales) und Iris Schelbert-Widmer (Direktion Bildung und Sport) den Fragen der hiesigen Gewerbetreibenden. Die aktuelle Gemütslage schien klar: «Das Resultat bremst uns natürlich, wir müssen zurück auf Feld eins», sagte Marion Rauber. Im Vorfeld hatte sie vom Co-Präsidium von Gewerbe Olten einige Fragen zugestellt erhalten. Zum Beispiel, welche Bauvorhaben 2019 denn nun realisiert werden. Die Aufträge gemäss Budget könnten nicht vollständig umgesetzt werden, hiess es. Auf die lange Bank geschoben werden sämtliche Projekte, mit denen noch nicht begonnen wurde. «Hingegen wird die Sanierung der Holzbrücke, das Haus der Museen oder die Planung für das neue Schulhaus im Kleinholz realisiert», unterstrich Marion Rauber. Aber klar: Aktuelle, neue Aufträge habe das städtische Baugewerbe in nächster Zeit nicht zu erwarten, stellte Iris Schelbert dar. Die Stadt schiebe geplante Investitionen vor sich her, man müsse sich in den nächsten drei Monaten nach der Decke strecken. «Und auch die Planung für das Parkleitsystem können wir in dieser budgetlosen Zeit nicht vorantreiben», ergänzte Rauber. Zum Glück durfte Iris Schelbert bei allem Unbill denn doch noch ihre Freude über das Ja zur Sportpark-Vorlage verkünden: «Darüber bin ich extrem froh», sagte sie. Jetzt habe man Planungssicherheit.

Thema der beiden Stadträtinnen am Gewerbeapéro waren auch die leeren Ladenlokale insbesondere in der Innenstadt. Eine Umnutzung als Wohnung sei zwar grundsätzlich denkbar und von Gesetzes wegen auch kein Problem, aber oft seien die (ehemaligen) Geschäftsräumlichkeiten für eben diesen Zweck nicht wirklich geeignet, sagte Marion Rauber. Iris Schelbert setzte noch einen drauf: «Alle möchten eine belebte und interessante Innenstadt – aber kaum jemand geht dort auch einkaufen.» Den Wunsch der beiden, dass die leeren Ladenflächen bespielt werden, nahm GO-Co-Präsidentin Daniela Gaiotto gerne auf. Zusammen mit der Wirtschaftsförderung realisiere man zu exakt diesem Thema aktuell ein Konzept, sagte sie. Und versprach Details dazu an der Generalversammlung im Mai. Blieb das lakonische Fazit von Iris Schelbert: «Aber abgesehen davon geht es uns gut ... !»

Dafür sorgte vor Ort nicht nur der gute Tropfen, den die beiden Politikerinnen von Co-Präsident Andreas Jäggi erhielten. Sondern auch das leckere Apéro riche, welches Max Huber und sein Team der «Bodega EL PATO» für die vierzig Gäste kreiert hatten. Gesprächsstoff, um noch länger in der Altstadt zu verweilen, gabs definitiv genug.

Text und Foto: Nik