Bundesgericht

Zweite Niederlage für die Stawa: Gestorbene Patienten dürfen nicht mehr in Basel untersucht werden

Das Institut für Rechtsmedizin ist über die Universität mit dem Unispital verflochten.

Das Institut für Rechtsmedizin ist über die Universität mit dem Unispital verflochten.

Die Basler Staatsanwaltschaft bestand darauf, gestorbene Patienten des Basler Universitätsspitals vom rechtsmedizinischen Institut in Basel obduzieren zu lassen. Nun entschied das Bundesgericht gegen die Basler Sonderlösung.

Die Basler Staatsanwaltschaft (Stawa) kämpfte bis vor Bundesgericht – und verlor. Wie die „Schweiz am Sonntag“ berichtet, setzte sie sich erfolglos für eine Basler Sonderlösung ein: Stirbt ein Patient des Basler Universitätsspitals, bestellt die Stawa jeweils ein Gutachten beim Basler Institut für Rechtsmedizin.

Befangene Rechtsmediziner

Doch dieses erwecke zumindest den Anschein von Befangenheit, urteilen die Richter. Die Rechtsmediziner könnten bei Schreiben ihres Gutachtesn Rücksicht auf hierarchisch höhergestellte Personen ihrer Fakultät nehmen. Das Institut für Rechtsmedizin ist über die Universität mit dem Unispital verflochten. Falls die Rechtsmediziner den Chefärzten des Spitals Fehler nachweisen, könnten sie damit ihre Karrieren gefährden.

Es ist bereits das zweite Mal, dass die Basler Staatsanwaltschaft für ihr Vorgehen vom Bundesgericht gerügt wird. Im Jahr 2011 wies das Bundesgericht die Basler Staatsanwaltschaft an, die Leichen des Unispitals extern untersuchen zu lassen. 

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