Vorstädte
Erneut Silvesterunruhen im Elsass

In Strassburg brannten fast 90 Autos aus, obwohl die Polizei massiv im Einsatz war. Unruhig war die Silvesternacht auch in Mulhouse – nur wenige Kilometer von Basel entfernt.

Peter Schenk
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In der Silvesternacht waren in Strassburg über 1200 Polizistinnen und Polizisten unterwegs.

In der Silvesternacht waren in Strassburg über 1200 Polizistinnen und Polizisten unterwegs.

Bild: Keystone

So schlimm wie vor zwei Jahren war es nicht: Damals brannten wegen Unruhen in der Silvesternacht im Raum Strassburg um die 300 Autos ab. Diesmal waren es fast 90 und dies, obwohl die Polizei mit 1260 Beamtinnen und Beamten im Einsatz war.

Ausserdem hatte die Stadt Strassburg 7500 bewachte Parkplätze gratis zur Verfügung gestellt, und für Jugendliche unter 16 Jahren, die oft verantwortlich für die Unruhen sein sollen, galt eine Ausgangssperre. Zwei Polizisten wurden in der Silvesternacht verletzt und 30 Personen verhaftet.

Im Südelsass waren 1100 Polizistinnen und Polizisten im Einsatz

Auch im Südelsass war die Polizei mit 1100 Beamten massiv vertreten. Mit 15 ausgebrannten Autos war die Bilanz in Mulhouse weniger schlimm als in anderen Jahren, in denen auch schon 40 Fahrzeuge ausbrannten. Vor Silvester waren 600 Holzpaletten und 100 Schrottautos entfernt worden, um zu verhindern, dass diese in Brand gesetzt werden. Schon vor Silvester kam es in manchen Vorstädten von Mulhouse zu Hinterhalten und Angriffen auf Polizisten mit Feuerwerkskörpern.

Die Zeitung «Dernières Nouvelles d’Alsace» bezeichnete die Silvesternacht in Mulhouse als «sehr unruhig, aber unter Kontrolle». Während ihrer Reportage waren elsässische Medienschaffende allerdings auch selber angegriffen worden; sie konnten flüchten.